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Autos melden Unfälle bald automatisch an Rettungskräfte

04.02.2005 | 15:11 Uhr |

Ab dem Jahr 2009 sollen (nahezu) alle europäischen Neuwägen mit einem System ausgestattet sein, das bei Unfällen automatisch die Rettungskräfte alarmiert.

Nachts um halb drei: Auf einer einsamen Landstraße verunglücken zwei PKWs, beide Fahrer sind ohnmächtig, schwer verletzt und benötigen dringend Hilfe. Ob die beiden gerettet werden können, hängt jetzt davon ab, ob zufällig jemand die Unfallstelle passiert. Ein solches Szenario soll spätestens ab dem Jahr 2009 der Vergangenheit angehören. Dann nämlich sollen Autos in Europa bei Unfällen automatisch die Rettungskräfte alarmieren können. Dies haben Autohersteller, Technologie-Unternehmen und die Europäische Kommission am Donnerstag beschlossen.

Dem so genannten "Ecall Action Plan" haben 13 Autohersteller, die zusammen 95 Prozent der in Westeuropa hergestellten Fahrzeuge abdecken, und Unternehmen wie Microsoft und Bosch zugestimmt. Demnach soll die Automatik-Funktion spätestens im Jahr 2009 in allen neuen Fahrzeugen integriert sein.

Wie funktioniert das Ganze? Im Falle eines Unfalls überträgt das System automatisch die Position des Fahrzeugs an die Rettungskräfte. Durch die genaue Positionsangabe erhofft man sich schnellere Reaktionszeiten. Damit können Verletzte schneller behandelt und Leben gerettet werden.

"Mit dieser Technologie kann Ihnen Ihr Auto das Leben retten", erklärte die EU-Kommissarin Vivian Reding. Die Kommission geht davon aus, dass durch das System in Europa pro Jahr 2000 Menschenleben gerettet werden können.

Die teilnehmenden Unternehmen haben nun bis zum Ende des Jahres Zeit, sich bezüglich der technischen Standards und Spezifikationen zu einigen. Im Jahr 2006 sollen erste Feldversuche stattfinden und bis zum Jahr 2009 soll die Technik in den Fahrzeugen integriert sein. Das System wird dabei auf die einheitliche europäische Rufnummer für Notfälle (112) zurückgreifen, die den Anrufer automatisch mit der nächstgelegenen Leitstelle verbindet. Um den Dienst allerdings nutzen zu können, müssen die Mitgliedsstaaten die jeweiligen Zentralen technisch aufrüsten. Dies soll bis zum Jahr 2007 geschehen.

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