Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Automobile Neuheiten auf der CES: Ein Überblick

09.01.2015 | 14:42 Uhr |

Kurz und knackig: Das zeigen Audi, BMW, Mercedes-Benz, Toyota und Volkswagen auf der CES 2015 in Las Vegas.

Audi: A7 Sportback piloted driving concept fährt 900 Kilometer automatisiert

Der Ingolstädter Automobil-Hersteller Audi sorgte schon im Vorfeld der CES für Aufsehen. Mit seinem A7 Sportback piloted driving concept, der automatisiert vom Silicon Valley bis zur CES nach Las Vegas rund 900 Kilometer fuhr. Mit Journalisten an Bord. Das automatisierte Fahren funktionierte allerdings noch nicht im Stadtverkehr, sondern war für die Highways konzipiert.

A7 Sportback piloted driving concept
Vergrößern A7 Sportback piloted driving concept
© Audi

In einem ausgestellten Q7 demonstrierte Audi zudem seine Vorstellungen vom Innenraum eines modernen Autos. Mit größtmöglicher Smartphone- und Tablet-Integration und Support für Apple Carplay und Android Auto. Hinter den Vordersitzen ist jeweils ein Tablet installiert. Das bereits hinlänglich bekannte Infotainmentsystem Audi connect bietet hier Internet mit LTE-Geschwindigkeit und einen WLAN-Hotspot für die im Auto befindlichen Geräte. Inklusive Zugriff auf Napster und Aupeo.

Impressionen von der CES 2015 in Las Vegas

Im Audi TT (serienmäßig) und im Audi Q7 (optional) erscheinen alle Anzeigen im 12,3 Zoll großen Audi virtual cockpit. Ein 4-Kern-Prozessor verarbeitet die Daten des MMI all‑in‑touch und gibt haptisches Feedback. Beim Audi TT liegt das MMI all‑in‑touch auf dem Steller, beim Audi Q7 ist es eine separate Fläche.

Die Bedienung erfolgt über den Dreh-/Drück-Steller, das Multifunktionslenkrad, die Sprachbedienung und ein Touchpad für die Eingabe von Zeichen und Mehrfinger-Gesten.

Im neuen Audi Q7, der 2015 auf den Markt kommt, kommen als Fahrerassistenzsysteme noch der „Prädiktive Effizienzassistent“, der Anhängerassistent und die „adaptive cruise control inklusive Stauassistent“ hinzu.

Und mit dem Audi mobile key werden Smartphone oder Smartwatch zum digitalen Schlüssel, mit dem man das Auto aufsperrt. Diese Technik nutzt Near Field Communication (NFC).

BMW: Selbstständig bremsen und einparken

BMW demonstrierte die Wirksamkeit des Notbremsassistenten, indem es einen BMW i3 mit Elektroantrieb gegen die Attrappe eines Betonblocks fahren ließ. Dank seiner Sensoren und der „ActiveAssist“-Technik bremste das Fahrzeug aber immer noch rechtzeitig ab. Für die Vermessung der Umgebung nutzt der i3 unter anderem mehrere Laser-Scanner.

BMW i3 bremst von selbst
Vergrößern BMW i3 bremst von selbst
© BMW

Ähnlich wie Volkswagen präsentierte auch BMW ein selbst einparkendes Fahrzeug, bei dem der Fahrer vor dem Einparkvorgang aussteigen kann.

Mercedes-Benz: F 015 Luxury in motion

Mercedes-Benz durfte sich sogar in einer CES-Keynote präsentieren. Darin drehte sich alles um das automatisierte Auto der Zukunft. Das dann in Gestalt des F 015 hinter Daimler-Chef Dieter Zetsche auf die Bühne fuhr. Mehr dazu lesen Sie hier:

Ausführlich: Die CES-Keynote von Mercedes-Benz mit dem F 015

Toyota: Wasserstoff-Patente frei verfügbar gemacht

Toyota konzentriert sich ganz auf sein Wasserstoffauto Mirai. Und gab auf der CES bekannt, dass rund 5680 seiner Patente rund um den Wasserstoffantrieb ab sofort frei verfügbar sind. Bis zum Jahr 2020 können andere Automobil-Hersteller die meisten dieser Patente kostenlos nutzen. Die kostenlose Nutzung erfordert einen Vertrag mit Toyota. Mit der zeitlich befristeten kostenlosen Freigabe wollen die Japaner die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnik im Auto vorantreiben.

Die Patente umfassen Schlüsseltechnologien wie Brennstoffzellen-Stacks (1970 Patente), Hochdruck-Wasserstofftanks (290 Patente) und Steuer-Software (3.350 Patente). Für den Ausbau des Tankstellennetzes können Unternehmen und Organisationen darüber hinaus zeitlich unbefristet rund 70 Toyota Patente nutzen, die sich mit dem Aufbau und Betrieb von Wasserstoff-Stationen beschäftigen.

App Connect von VW
Vergrößern App Connect von VW

Volkswagen: Gestensteuerung, App Connect und trainiertes Parken

Bei Volkswagen wurde im Rahmen einer angenehm knappen und prägnanten Pressekonferenz (die anders als bei den Events bestimmter Smartphone- und Tablet-Hersteller das Publikum nicht erst mal eine halbe Stunde lang mit Eigenlob langweilte) wild mit den Händen gewedelt, selbstständig eingeparkt und auch noch ein e-Golf von selbst mit Strom aufgeladen. Und das iPhone beziehungsweise das Android-Smartphone tief in das Infotainmentsystem integriert. Womit Gesture Control (Gestensteuerung), trainierbarer Parkassistent alias „Trained Parking" und Intelligent Charge mit dem e-Golf sowie App Connect gemeint sind. Über Gesture Control, den trainierbaren Parkassistenten sowie App Connect informieren wir Sie in einem separaten Artikel:

Ausführlich: VW zeigt Gestensteuerung und App Connect

Bleibt noch die Erklärung von Intelligent Charge: Volkswagen zeigt auf der CES einen e-Golf, der selbstständig über die induktive Ladeplatte fährt. Stecker und Kabel werden hier nicht mehr benötigt.

PC-WELT fragte bei Volkswagen nach

Etwas vermissten wir bei der VW-Pressekonferenz aber. Denn so toll sich die Sache mit der Gestensteuerung auch anhört, so vermissten wir doch das Feature Sprachbedienung. Also fragten wir nach, wie VW künftig den Stellenwert der Sprachsteuerung im Rahmen des Infotainmentsystems seiner Fahrzeuge bewertet.

Heinz-Jakob Neußer, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen und Volkmar Tanneberger, Leiter für Elektrik- und Elektronik-Entwicklung bei VW, vertreten die Meinung, dass sich Sprachbefehle und Gestensteuerung ergänzen würden. Für die Eingabe von Navigationszielen sei beispielsweise die Sprachsteuerung perfekt. Für die Fensterheber oder für viele Multimedia-Funktionen würden sich dagegen besser Gesten eignen. Die Sensibilität der Gestensteuerung solle sich zudem an die Eigenheiten des Fahrers anpassen lassen: Von besonders empfindlich (bei sehr zurückhaltend agierenden Fahrern) bis zu stark gedrosselt (wenn ein besonders temperamentvoller Fahrer hinterm Steuer sitzt). Damit sollen Fehlfunktionen wie das unbeabsichtigte Öffnen von Fenstern vermieden werden. Eines stellten Neußer und Tanneberg zudem klar: Sicherheitsrelevante Funktionen wie die Lichtbedienung sollen keinesfalls per Gestensteuerung bedient werden.

Bei seinem verbesserten Parkassistenten setzt VW übrigens auf vorhandene günstige Techniken wie Ultraschallsensoren und eine Monokamera. Um diese Technik möglichst günstig anbieten zu können. Auf dem Außengelände der CES zeigte VW außerdem neben dem Prototypen des trainierbaren Parkassistenten auch noch den bereits erhältlichen Parkassistenten (bei dem der Fahrer nach wie vor hinterm Lenkrad sitzen muss).

Fazit

Die CES entwickelt sich immer mehr zur Automobil-Messe. Und das nur wenige Tage vor der North American International Auto Show 2015 in Detroit. Wobei die echten Innovationen wie Gestensteuerung und trainierbarer Parkassistent bei VW oder pilotiertes Fahren bei Audi, BMW und Mercedes-Benz eben auf der CES und nicht erst in Detroit gezeigt werden.

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