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Auto kennt die Gedanken des Fahrers im Voraus

13.02.2014 | 14:23 Uhr |

Mitsubishi Electric hat den Prototypen eines Fahrer-Assistenzsystems vorgestellt, der die Gedanken des Fahrers erraten kann und ihm damit im Voraus bereits die gewünschten Informationen liefern soll.

Mitsubishi Electric hat mit dem „Ultra-simple HMI“ (das HMI steht für „human machine interface“) den Prototyp einer Lösung vorgestellt, die im Voraus erkennen soll, welche Informationen der Auto-Fahrer demnächst benötigt oder was er bald zu tun gedenkt. Die dafür nötigen Informationen blendet das Ultra-simple HMI dem Autofahrer dann auf das Head-Up-Display vor/auf der Windschutzscheibe ein.
 
Head-Up-Displays sind keineswegs eine neue Anzeige-Technologie, BMW verbaut sie schon länger als optionales Zubehör in fast allen seinen Fahrzeugen. Mercedes-Benz wird für die bald in den Verkauf kommende neue C-Klasse ebenfalls ein Head-Up-Display anbieten, ebenso wie für das im Herbst startende S-Klasse Coupé. Auf den Head-Up-Display von BMW und Mercedes-Benz werden dem Fahrer beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen, Navigationsanweisungen und Warnungen – beispielsweise vor einem zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug – angezeigt. Mitsubishis Prototyp versorgt das Head-Up-Display aber noch mit ganz anderen Informationen.

Die Daten für das 17,2 Zoll große Head-Up-Display (HUP) liefert das Ultra-simple HMI (human machine interface). Das HUP zeigt Optionen zur Bedienung und Überwachung des Navigationssystems, des Audio-Systems, der Freisprecheinrichtung und der Klimaanlage an. Es zeigt für diese Bereiche jeweils drei vorausgewählte Optionen an, die dem System aufgrund der Analyse des voraus gegangenen Verhaltens des Fahrers als wahrscheinlich erscheinen. Das System erstellt also eine Fahrer-History, in der zum Beispiel gespeichert ist, wie er bei bestimmten Innen- und Außentemperaturen und an bestimmten Orten die Klimaanlage eingestellt hat.

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In Zusammenhang mit der Freisprecheinrichtung bietet das Ultra-simple HMI zum Beispiel automatisch an die Telefonnummer des regelmäßigen Golf-Partners des Fahrers anzurufen, sobald dieser seinen Golf Club als Ziel im Navigationsgerät angibt. Ein anderes Beispiel: Gerät der Fahrer auf dem Heinweg plötzlich in einen Stau, so ruft das HMI automatisch zu Hause an, um den Familienangehörigen die verzögerte Ankunft mitzuteilen.

Der Fahrer bedient das Ultra-simple HMI über Lenkradtasten oder per Sprachsteuerung. Beide Bedienmöglichkeiten sind heute schon bei modernen Infotainmentsystemen Standard.

Der Vorteil dieses „vorausdenkenden“ Systems: Der Fahrer spart bei der Bedienung deutlich Zeit und kann sich besser auf den Verkehr konzentrieren, was der Verkehrssicherheit zu Gute kommt.

Mitsubishi Electric rechnet derzeit damit, das HMI ab April 2018 verschiedenen Automobil-Herstellern als Zubehör anbieten zu können.

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