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Auto-Manager: Teslas Pleite ist unvermeidlich

11.10.2016 | 15:09 Uhr |

Auto-Experte Robert Lutz sagt Tesla den baldigen Untergang voraus. Weil Tesla keinen technologischen Vorsprung habe. Ein Elektro-3er von BMW wäre der Nagel im Tesla-Sarg.

Robert A. Lutz hat bei General Motors, BMW, Ford und Chevrolet als Manager gearbeitet. Er kennt die Automobil-Branche also bestens. Lutz hat kürzlich in einem Interview mit dem Börsen-Magazin Der Aktionär das Todesurteil über Tesla gesprochen: Teslas Pleite sei unvermeidlich.

Lutz zufolge habe Tesla keine Chance, mit dem neuen Model 3 jemals Geld zu verdienen. Seiner Meinung nach liegen die Material- und Personalkosten des Model 3 bei rund 40.000 Dollar zuzüglich hoher Fix-Kosten. Tesla will das Model 3 aber ab 35.000 Dollar verkaufen.

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Teslas erfolgreiches und wichtigstes Model S wiederum verkauft sich derzeit nur deshalb so gut, weil es mit Leistung und Reichweite konkurrenzlos dasteht. Das wird sich aber in wenigen Jahren ändern, wenn auch die etablierten Hersteller wie Audi, BMW und Daimler leistungsstarke und reichweitenstarke E-Autos verkaufen. Wenn BMW einen 3er mit Batterien verkauft, wäre das „ein weiterer Nagel im Tesla-Sarg", so Lutz.

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Volumen-Hersteller wie General Motors (Opel), Hyundai, Kia und Nissan würden dann die Preise für Elektroautos diktieren. Tesla könne mit seinen vergleichsweise geringen Verkaufszahlen da nicht mithalten. Wenn Tesla dann in ein oder zwei Jahren nur noch ein Elektroauto-Anbieter von vielen ist, wird Elon Musks Unternehmen untergehen – die Pleite sei unvermeidlich.

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Denn Tesla habe Lutz zufolge auf dem für ein Elektro-Auto so wichtigen Gebiet der Batteriechemie keinen Vorsprung gegenüber den anderen Automobil-Herstellern. Nur beim Chassis, in das Tesla mehr Lithium-Ionen-Batterien einsetzen kann, leistet Musks Unternehmen Pionierarbeit. Doch hier lernen andere Hersteller dazu, was man sehr gut am BMW i3 sieht, bei dem die Batterien ebenfalls über dem Bodenblech angebracht sind. Insbesondere im Chevrolet Bolt – dem neuen E-Auto von Chevrolet, für das Lutz ebenfalls gearbeitet hat – sei laut Lutz eine bessere Technologie als im Model 3 verbaut. Zudem kommt der Bolt viel früher auf den Markt als das Model 3, bei dem noch gar nicht klar ist, wann Tesla es denn wirklich ausliefern kann.

Lutz zufolge seien die Silicon-Valley-Leute zu überheblich. Sie würden die etablierten Automobil-Hersteller für „verkalkte Dinosaurier“ ohne Ahnung halten. Doch Lutz verteidigt seine Branchenkollegen: Das seien etablierte Konzerne an der Spitze der Fertigungstechnologie mit frischem Denken.

Der gebürtige Schweizer und US-Bürger Robert A. Lutz ist ein Urgestein der Automobil-Branche. Lutz hat als Manager bei General Motors (damals der weltgrößte Automobil-Hersteller), BMW und Ford gearbeitet. Er leitete dann Ford Europa und wechselte schließlich in die Ford-Spitze in den USA. Danach arbeitete er für Chrysler, danach für einen Akku-Hersteller und schließlich wieder für General Motors. Schon früh hielt Lutz die Elektrifizierung des Automobils für unausweichlich.

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