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Australisches Mod-Chip-Urteil bedroht Xbox

22.10.2002 | 13:55 Uhr |

Ein Gerichtsurteil könnte Microsoft dahingehend veranlassen, die Xbox komplett vom australischen Markt zu nehmen. In dem Urteil wurde nämlich festgestellt, dass die so genannten Mod-Chips nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Die Möglichkeit, mit derartigen Chips auch Raubkopien von Spielen nutzen zu können, gefährdet aber das Lizenzmodell für die Xbox.

Ein Gerichtsurteil könnte Microsoft dahingehend veranlassen, die Xbox komplett vom australischen Markt zu nehmen. In dem Urteil wurde nämlich festgestellt, dass die so genannten Mod-Chips nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Konkret ging es um einen Mann, der derartige Chips für die Playstation 2 angeboten hat.

Mit Mod-Chips können Konsoleninterne Sicherheitssysteme umgangen werden. So wäre es zum Beispiel möglich, auf deutschen Systemen importierte amerikanische oder japanische Spiele zu nutzen. Mit Hilfe dieser Chips laufen allerdings auch Spiele-Raubkopien auf den Konsolen - fatal für das Lizenzmodell der Hersteller, das auf niedrigen Konsolenpreisen und hohen Spiele-Verkaufszahlen beruht.

In einem Interview mit der australischen Zeitung "The Sydney Morning Herald" bedauerte Steve Ballmer die Gerichtsentscheidung und kündigte an, das Xbox-Engagement in Australien überdenken zu wollen. So basiere das Geschäftsmodell auf Lizenzzahlungen für jeden verkauften Software-Titel, die wiederum die Konsolen subventionieren und irgendwann einmal für Gewinne sorgen sollen. Würde nun dieses System eingeschränkt, müsste Microsoft dieses Modell überarbeiten. "Anderenfalls", so Ballmer, "macht es keinen wirtschaftlichen Sinn".

PC-WELT Report: Angetestet: Xbox Live und kommende Spieleknaller

Microsoft verschenkt Xbox-Spiele (PC-WELT Online, 14.10.2002)

Microsoft geht Mod-Chip-Anbieter für Xbox an den Kragen (PC-WELT Online, 04.10.2002)

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