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Australisches Gericht: Kazaa ist illegal

05.09.2005 | 14:16 Uhr |

In Australien konnte die Unterhaltungsindustrie einen massiven Erfolg gegen die P2P-Börse Kazaa verbuchen, der das Ende des Angebots bedeuten könnte.

Der Kampf der Industrie gegen P2P-Börsen hat in Australien ein prominentes Opfer gefunden - Kazaa . Laut einem Urteil des "Federal Court of Australia" ist die Tauschbörse in Down Under illegal. Das Urteil ist deswegen so bedeutend, da Sharman Networks, die Betreiber der Börse, in der Nähe von Sydney sitzen und somit direkt zur Verantwortung gezogen werden können.

Zwar kam das Gericht zu dem Schluss, dass die angeklagten Parteien die Anwender von Kazaa nicht offensichtlich zum illegalen Tausch ermunterten. Dass sie es ihnen über die Software ermöglichten, sei aber bereits rechtswidrig. Hier kommt laut Gericht der australische "Copyright Act" zum Tragen, demzufolge eine Person dann wegen Urheberrechtsverletzungen belangt werden kann, wenn sie einer anderen Person die Kopie urheberrechtlich geschützter Inhalte erlaubt beziehungsweise ermöglicht.

Auch ein Punkt in den Lizenzvereinbarungen der Software, bei dem der Anwender zustimmen muss, keine urheberrechtlich geschützten Inhalte zu tauschen, war für das Gericht belanglos. Denn die Macher hätten bereits seit langem gewusst, dass in der Hauptsache gerade solche Dateien zwischen den Anwendern getauscht werden und sie hätten schon frühzeitig gegensteuern müssen (beispielsweise durch Filter-Techniken), was aber ausblieb. Dementsprechend kam das Gericht zu der Auffassung, dass die Betreiber aus finanziellen Interessen heraus den Tausch von Musik-Dateien "maximieren und nicht minimieren" wollten.

Ein weiterer Punkt, der zu dem für die Kazaa-Betreiber negativen Urteilsspruch führte, war die Tatsache, dass Kazaa eine Website unter dem Titel "Joint the Revolution" gestartet hat. Darin wurde die Musikindustrie angegriffen. Zwar wurde auch auf dieser Site nicht direkt zum illegalen Tausch aufgefordert, so das Gericht, doch könne eine solche Website es gerade bei jüngeren Anwendern als "cool" erscheinen lassen, wenn man Urheberrechte verletzt.

Den Angeklagten wurde es nun verboten, Anwendern über ihre Dienste Musikdateien anzubieten, für die sie keine Lizenz von den Rechteinhabern erworben haben.

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