Australien will gegen Selbstmord-Foren vorgehen

Donnerstag den 05.08.2004 um 11:55 Uhr

von Markus Pilzweger

Die australische Regierung will mit neuen Gesetzen gegen Nutzer von Selbstmord-Foren vorgehen. Anwender, die andere zum Selbstmord auffordern, diese dabei unterstützen oder Informationen darüber bereitstellen, könnten dann mit Geldstrafen von bis zu 79.000 US-Dollar bestraft werden.
Mit Hilfe neuer Gesetze will die australische Regierung massiv gegen Selbstmord-Foren im Internet vorgehen. Treten die Vorlagen in Kraft, wäre es in Down Under künftig strafbar, das Internet zu nutzen, um Dritten Ratschläge hinsichtlich eines geplanten Selbstmords zu erteilen oder diese gar dazu aufzufordern oder dabei anzufeuern. Bei Verstoß könnten Strafen bis zu 79.000 US-Dollar verhängt werden.

Der parlamentarische Sekretär für Finanzen und Verwaltung, Peter Slipper, erklärte, dass die neuen Gesetze auch Materialen abdecken, die Anleitungen für bestimmte Arten des Selbstmords beinhalten. Daneben wären auch der Besitz, die Herstellung und die Bereitstellung solcher Informationen untersagt.

"Derzeit gibt es eine Vielzahl leicht zu erreichender Websites und Chat-Räume, die detaillierte Anleitungen über Selbstmord-Methoden anbieten und, im Falle der Chat-Räume, manchmal auch aktuelle Diskussionen beinhalten, in der eine oder mehrere Personen eine andere Person dazu auffordern, sich selbst zu töten", so Slipper. Und weiter: "Studien haben gezeigt, dass derartige Diskussionen in manchen Fällen dazu geführt haben, dass Personen sich selbst umbringen wollten - zuweilen mit Erfolg."

Die Strafen sollen laut Slipper dazu führen, dass sich Anwender bewusst darüber werden, welches Unheil sie anrichten können, wenn sie derartige Sites mit destruktiven Intentionen nutzen. Daneben sollen die Gesetze Anwender künftig davon abhalten, das Internet dazu zu nutzen, labile Personen zum Selbstmord aufzufordern.

Donnerstag den 05.08.2004 um 11:55 Uhr

von Markus Pilzweger

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