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Australien: Minister würde gerne Autorennspiel verbieten

18.11.2003 | 11:11 Uhr |

PC- oder Konsolenspiele mit hohem Gewaltfaktor gehören nicht in Kinderhände. Die Frage, ob auch Rennspiele negative Auswirkungen auf die Psyche der kleinen Zocker haben, beschäftigt nun einen australischen Politiker.

PC- oder Konsolenspiele mit hohem Gewaltfaktor gehören nicht in Kinderhände. Die Frage, ob auch Rennspiele negative Auswirkungen auf die Psyche der kleinen Zocker haben, beschäftigt nun einen australischen Politiker. Konkret geht es um "Project Gotham Racing 2" für die Xbox .

In dem Spiel geht es - wie das Genre schon vermuten lässt - um rasante Boliden, die in möglichst kurzer Zeit von A nach B gelangen sollten. Aber nicht nur die Schnelligkeit zählt, auch die Fahrweise des Spielers wird mit Hilfe so genannter "Kudos" belohnt, die Auswirkungen auf den Punktestand haben. Kudos bekommt derjenige, der beispielsweise spektakuläre Manöver wie Drehungen oder Drifts in seine Fahrt einbaut. Wer seinen Gegner dagegen anrempelt wird vom Spiel "bestraft". Die Rennen finden in verschiedenen, detailgetreu erstellten Welt-Metropolen, darunter auch Sydney, statt.

Der australische Abgeordnete Paul Gibson, Vorsitzender des "Staysafe"-Komitees, möchte nun auf das "Office of Film and Literature Classification", das für die Altersfreigabe zuständig ist, einwirken, berichtet der " Sydney Morning Herald ". Die Behörde hat dem Spiel ein "G-Rating" erteilte, was dem hiesigen "ohne Altersbeschränkung" entspricht.

"Dieses Spiel sendet die falsche Botschaft an junge Menschen. Es glorifiziert Geschwindigkeit und Kraft", so Gibson gegenüber der Zeitung. Und weiter: "Es ist eindeutig eine unpassende Beschreibung des Umgangs mit Geschwindigkeit. Ginge es nach mir, würde ich es verbieten."

Microsoft zeigte sich ob der Angriffe irritiert. Vom Vorgänger seien in Australien mehr als 50.000 Kopien verkauft worden, ohne dass es eine Beanstandung gegeben hätte, so der Xbox-Marketing-Manager Nick Segger. Zudem gebe es eine Vielzahl derartiger Spiele auf dem Markt und es wäre unfair nun ausschließlich Microsoft an den Pranger zu stellen, so der Manager.

Übrigens: In der Demo des Spiels, das demnächst in Deutschland erscheinen wird, weist der Hersteller darauf hin, dass Spieler die Dinge, die sie im Spiel unternehmen, nicht auf den Straßenverkehr übertragen dürfen und sie sich an die nationalen Verkehrsregeln halten sollen.

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