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Hilfe beim Computerkauf für Behörden

02.07.2008 | 11:47 Uhr |

Der Branchenverband BITKOM und das Beschaffungsamt des Deutschen Bundesinnenministeriums haben ein Internetportal für öffentliche Ausschreibungen gestartet.

Auf dem Portal ITK-Beschaffung.de finden Behörden einen Leitfaden zur herstellerneutralen Ausschreibung von ITK-Technik. "In der Vergangenheit mussten viele Aufträge neu ausgeschrieben werden, weil sie gerichtlich angeforchten wurden. Grund dafür war die nicht produkneutrale Ausschreibung", erläutert Marco Junk, Experte für öffentliches Auftragswesen bei BITKOM, die Beweggründe für den Aufbau der Website.

Laut dem europäischen Diskriminierungsverbot müssen Aufträge von Behörden in einer öffentlichen Ausschreibung erfolgen, in der sich keine Hersteller- oder Markennamen wiederfinden dürfen. Zielgruppe des Portals seien vor allem kleine und mittlere Behörden, da es in diesen nur in wenigen Fällen einen IT-Experten gäbe, der sich um derartige Ausschreibung fachkundig kümmern könne.

Der Leitfaden unterscheidet etwa nach einzelnen Bauteilen wie CPU, Festplatte oder Motherboard, Beschäftigungsprofilen und Software-Anforderungen. Immer wichtiger bei der Ausschreibung von ITK-Produkten ist auch deren Umweltverträglichkeit. Das Portal berücksichtigt daher auch Aspekte wie niedrigen Energieverbrauch, einfache Wiederverwertbarkeit der Geräte oder eine geringe Lärmemission während des Betriebs.

"Dadurch dass potenzielle Anbieter nun nicht mehr von Vornherein ausgeschlossen werden, erhoffen wir uns einen größeren Wettbewerb und damit sinkende Kosten beim Einkauf", so Junk weiter. Bis zu 30 Prozent stehen dabei im Raum. "Wir können das Geld der Steuerzahler dadurch effizienter einsetzen", sagt Roderich Egeler, Direktor des Beschaffungsamtes des Bundesinnenministeriums. Geld gespart werden kann derzeit erst bei den Desktop-PCs, da die Leitfäden für Notebooks, Server, Multifunktionsgeräte und Mobiltelefone noch in Vorbereitung sind.

In Russland und Frankreich seien mittlerweile Bestrebungen im Gange, ähnliche Projekte auf den Markt zu bringen. "Auch dass unsere Einführungsseminare zu dem Thema mehrfach überbucht waren, zeigt, dass in vielen Einrichtungen noch Beratungsbedarf besteht. Und das scheinbar nicht nur in Deutschland", meint Junk. (pte/jp)

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