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US-Video-Dienst Hulu.com

19.08.2008 | 09:19 Uhr |

Aktuell in San Francisco und kurz vor dem Start der IDF (Intel Developer Forum), bietet es sich nicht nur an, ausgiebig die Stadt anzusehen, sondern auch mal einen Blick auf Internet-Dienste zu werfen, die deutsche Internet-Anwender nicht nutzen können. Einer davon: Hulu.com. Wir sagen Ihnen, was es mit dem Dienst auf sich hat und wieso deutsche Anwender Grund haben, darauf neidisch zu sein.

Hulu.com setzt eine IP-Adresse aus den USA voraus, um darauf Zugriff zu erhalten. Zumindest theoretisch ließe sich dies mit Hilfe eines US-Proxy umgehen. Solche US-Proxys verweigern allerdings oft ihren Dienst, wenn viele Daten über das Internet anfallen, was bei einem Video-Dienst wie Hulu automatisch der Fall ist. Zweite Alternative ist die Nutzung der Software Hotspot Shield , die den Datenverkehr über die USA umleitet und somit ebenfalls zumindest theoretisch den Zugriff auf Hulu.com erlauben würde. In der Praxis erweist sich diese Methode aber als äußerst zäh und träge. So macht Videos gucken also keinen oder nur beschränkt Spaß. Eine genaue Anleitung hierzu finden Sie übrigens in der PC-WELT 6/2008, die Anfang Mai 2008 erschien.

Stellt sich die Frage: Müssen deutsche Anwender neidisch auf Hulu.com sein? Bietet der Video-Dienst so viel mehr, als andere Video-Dienste, auf die wir in Deutschland zugreifen können? Die kurze Antwort: Ja. Es gibt nämlich nichts vergleichbares in Deutschland.

Hulu.com ist ein Dienst, den NBC Universal und die News Corp. im März 2007 vorstellten. Im Frühjahr 2008 verließ der Dienst das Beta-Stadium. Im Angebot befinden sich neben TV-Serien auch ganze Filme. Das gesamte Angebot des Dienstes ist kostenlos. Vor dem Abspielen und beim Abspielen von Videos werden ab und zu Werbebotschaften eingeblendet, die unterm Strich aber wenig bis kaum stören.

Für Fans von (US-)Serien ist Hulu.com ein wahres Eldorado. So finden sich beispielsweise Episoden der sechsten Staffel von "24". Ebenfalls im Angebot sind einige Episoden bis hin zur vierten Staffel von Dr. House. Außerdem finden sich bei Hulu.com Episoden der Serien Psych, The Simpsons, Family Guy, The Office und Monk.

Alle Episoden und Staffeln populärer TV-Serien findet man allerdings nicht beziehungsweise es hängt von der Serie selbst oder deren Alter ab. So finden sich ganze Staffeln beispielsweise von Remington Steele, Battlestar Galactica Classic, Buck Rogers und Doogie Howser, M.D. Sicher - diese Serien stammen aus den 1980er und 90er Jahre, dennoch kann man Stunden damit verbringen, die Serienklassiker anzusehen.

Die täglichen Shows "The Daily Show with Jon Stewart" oder "The Colbert Report" findet man mit kurzer Verzögerung auch bei Hulu.com. Hinzu kommen aktuelle komplette College-Football-, NBA- und NHL-Spiele.

Auch wer einen abendfüllenden Film sehen will, wird bei Hulu.com fündig. Eine Auswahl der derzeit über 100 verfügbaren Filme: Ghostbusters, Ghostbusters II, The Scorpion King, The Karate Kid, The Karate Kid II, Alien 3, Spy Game, The Fifth Element, Underworld Evolution, When a Stranger Calls, Men in Black... Alternativ finden sich bei Hulu.com auch viele Dokumentarfilme und Musikvideos.

Alle Videos können nur innerhalb des Browsers und mit dem integrierten Video-Player betrachtet werden. Der Player selbst ist simpel gehalten und verfügt nur über wenige Bedienelemente. Praktisch: Jedes Video ist in Kapitel eingeteilt, so dass man das Ansehen unterbrechen und ein anders Mal fortsetzen kann, indem man sofort zum zuletzt angesehenen Kapitel springt. Per Mausklick springt man in die Vollbild-Ansicht oder kann das Videoausgabe-Fenster vom Browser lösen. Außerdem besteht bei vielen Inhalten die Möglichkeit, sie entweder in der 360p- oder in der besseren 480p-Qualität anzusehen. Eine noch bessere Qualität gibt es bei den TV-Serien und Filmen in der "HD Gallery"-Rubrik, die mit einer Auflösung von 1280x720 Pixeln (720p) angesehen werden können.

Unterm Strich gehört Hulu.com zu den Diensten, auf die wir in Deutschland zurecht neidisch sein dürfen. Es wird Zeit, dass sich auch die Rechteinhaber (dazu gehören neben den Film-Studios auch die TV-Sender) hierzulande Mal dem Medium Internet stellen.

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