Ob sich IT-Experte K. auf einen Ressourcenzehrenden Rechtsstreit mit Arcor einlässt, ist also fraglich. K.: "Was will man als kleiner Mann schon gegen solche Konzerne ausrichten?". Viel wichtiger ist es doch, dass die Presse erst einmal über diese Machenschaften berichtet. Erst, wenn die Öffentlichkeit auf die miesen Tricks der Provider aufmerksam gemacht wird, geraten diese in Zugzwang und es wird sich vielleicht etwas ändern." Bis dahin empfiehlt der Technikexperte Kunden, wie Frau P., entweder den Provider zu wechseln oder auf technische Tools zurückzugreifen: "Eine ziemlich geniale Lösung ist die so genannte Flatrate-Steckdose von Iopus." Die Freeware schickt in einem einstellbaren Intervall (z. B. alle fünf Minuten) eine Datenanfrage an einen beliebigen Internet-Server. Der 15-Minuten-Disconnect wird dadurch verhindert. Zudem kann das Tool nach der 24-Stunden-Trennung die Verbindung zum World Wide Web automatisch wieder aufbauen.
Auf die Frage, warum Herr K. gegen die 15-Minuten-Trennung, nicht aber gegen den 24-Stunden-Disconnect ist, entgegnet K.: "Das ist schon richtig, sonst hätten die User ja eine kostengünstige Standleitung." Außerdem böte eine Lösung ohne 24-stündige Trennung zu wenig Schutz vor Hackern, weil man ja die ganze Zeit eine feste IP hätte. In diesem Zusammenhang gibt IT-Experte K. auch den Tipp z. B. mit www.wasistmeineip.de immer mal wieder zu schauen, ob sich die IP nach dem Disconnect ändert. Außerdem sollte in jedem Fall ein Firewall und ein Virenscanner installiert sein. Das beherzigten immer noch die wenigsten User, so K.
Dass das Sicherheitsbewusstsein der User zu gering ist, beklagen auch andere IT-Experten. Mathias Gerlach von Aborange (OnlineMonitor, siehe unten) schätzt den Anteil seiner Kunden, die sich vor Viren- und Hackerangriffen schützen, auf gerade einmal zehn Prozent. Gerade bei DSL, wo man normalerweise über lange Zeitintervalle im Internet unterwegs ist, sei ein umfassendes Sicherheitspaket das A und O. Gerlach warnt dabei auch vor Programmen, die sich im Hintergrund ins Internet einwählen: "Gerade solche Tools können bei einer Abrechnung, wie sie Arcor vornimmt, die Rechnung in die Höhe treiben."
Ähnlich sieht das auch Mirko Böer, der Erfinder des TraficMonitors (siehe unten). Böer steht ebenso, wie Kollege K., der Abrechnungspraxis von Arcor skeptisch gegenüber: "Bei sehr kurzen Onlinezeiten bzw. sehr geringen Trafficraten ist das eine Abzocke." Jedoch müsse man auch die Situation der Provider berücksichtigen: "Man darf nicht immer nur Böses über die Provider denken, denn die müssen auch jeden Preis kalkulieren. Traffic ist nun mal teuer in Deutschland."
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