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Schlechtes Zeugnis für Europas Uni-Homepages

21.02.2009 | 15:47 Uhr |

Ein weltweites Universitäts-Ranking, das sich allein an den Homepages der Institutionen orientiert, bietet die Plattform webometrics. Die spanische Forschungsorganisation Consejo Superior de Investigaciones Cientificas CSIC analysierte dazu 16.000 Uni-Homepages nach Verlinkung, Umfang, Anzahl der Publikationen sowie der weltweiten Zitierungen.

Die Statistik verdeutlicht, dass europäische Universitäten auch im Internet enormen Aufholbedarf haben: Die ersten 23 Plätze werden von Bildungseinrichtungen der USA besetzt. Nur 16 europäische Universitäten schafften es in die Wertung der besten 100, darunter die ETH Zürich (Rang 40), die Freie Universität Berlin (Rang 85) und die Universität Wien (Rang 90). Die Bewertung wurde anhand von vier Kriterien vorgenommen. Zuerst wurde die Anzahl externer Inlinks auf den jeweiligen Seiten analysiert. Die Anzahl Suchmaschineneinträge bei Google, Yahoo, Live Search und Exalead gab Rückschlüsse auf die Größe der jeweiligen Seite. Ein weiteres Kriterium bildete die Anzahl und Verwendungshäufigkeit der Textdateien, die von der Seite heruntergeladen werden kann, sowie die Zitierhäufigkeit, die durch die Suche bei Google Scholar ermittelt wurde. Geht es nach diesen Kriterien, führen weltweit das Massachusetts Institute of Technology , die Universitäten Stanford , Harvard sowie California Berkeley und Cornell die Liste der besten Uni-Webauftritte.

Als Hauptziel des Rankings sehen die CSIC-Forscher die Förderung der akademische Veröffentlichung im Internet. Das könne vor allem durch Open Access und den Webzugang zu wissenschaftlichen Publikationen und allen Materialien im akademischen Bereich geschehen. "Die Webdaten sind deshalb zur Bewertung von Universitäten geeignet, da sie sich nicht auf die Zugriffszahl oder das Design der Seiten beziehen, sondern auf Qualität und Auswirkung der Universitäten", betonen die Forscher in ihrem Bericht. Institutionen und Dozenten sollten motiviert werden, ihre jeweiligen Aktivitäten möglichst genau im Internet wiederzugeben. "Bleibt der Internetauftritt einer Universität unter dem, was ihre akademische Exzellenz erwarten lässt, sollten die Zuständigen der Öffentlichkeitsarbeit ihre Taktik im Internet nochmals überdenken", so die Empfehlung der Forscher.

Besondere Betonung geben die Forscher in ihrer Bewertung der Wirkung der Universitäts-Homepages auf internationale Studierende. "Das Internet ist eine Plattform, um die Internationalisierung der Institutionen voranzutreiben. Ein starker und inhaltsreicher Webauftritt, der auch exakte Beschreibungen der Struktur und Aktivitäten der Universitäten beinhaltet, kann neue Studenten und Professoren weltweit anlocken." Bei der Auswahl einer Universität sollten die Studenten jedoch auch andere Kriterien beachten, bemerken die spanischen Wissenschaftler. (pte)

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