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Aus Siemens Enterprise wird Unify

16.10.2013 | 10:44 Uhr |

Vor rund 1000 Mitarbeitern und zahlreichen Gästen lüftete CEO Hamid Akhavan heute in München das Geheimnis: Aus Siemens Enterprise Communications (SEN) wird Unify.

Mit der namentlichen Umbenennung trennt SEN die letzten Wurzeln zum Siemens Konzern . SEN war im Oktober 2006 durch die Ausgliederung des Bereichs Communications aus der Siemens AG entstanden. Im Juli 2008 entstand daraus ein Gemeinschaftsunternehmen mit der US-Investor The Gores Group. Dieser brachte in das Joint venture seine Firmen Enterasys und SER-Solutions, einen Hersteller für Call-Center-Software ein.

Erst im September 2013 wurde dann Enterasys an Extreme Networks verkauft. Etliche Branchenbeobachter kritisierten damals diesen Schritt, denn SEN stand nun ohne eigene Netzinfrastrukturkomponenten da. Aus heutige Sicht ist die Entscheidung eher nachvollziehbar, denn der neue Name von SEN ist gleichzeitig Programm: Unify ist ein Anspielung auf Unified Communications und Collaboration .

Letztlich soll der Unternehmensnamen den Anspruch verdeutlichen, eine Plattform zu liefern, mit der der Anwender überall und ohne Medienbrüche arbeiten kann. Die technischen Grundlagen hierzu hat Unify bereits mit dem Project Ansible geschaffen.

Dabei bezieht sich Unify mit dem Arbeitstitel Ansible nicht auf die Opensource-Plattform Ansible zur Orchestrierung von Computern und die dahinter stehende Firma Ansible Works, sondern auf ein Science-fiction-Kommunikations-Device. Ursula K. Le Guin nutzte das Wort ansible 1966 in ihrem Sciene-fiction-Roman Rocannons World, um ein fiktives Kommunikationsgerät in der Größe einer Brotdose zu beschreiben, mit dem sich über Display, Lautsprecher, Mikrofon und Keyboard verzögerungsfrei über weite Distanzen kommunizieren lässt.

Genau dies will Unify nun mit Project Ansible realisieren, wobei die Company über den ursprünglichen Ansible-Ansatz weit hinausgeht und eine Art eierlegende Wollmilchsau der Business-Kommunikation liefern will. Ansible soll nämlich klassische Unified-Communications-Komponenten wie Video, Mail oder Voice und social media, Business-Process-Applikationen, Content Management, unternehmensweite Suchfunktionen sowie Analyse-Tools auf einer Plattform für den Anwender vereinen. Ebenso ist die Integration von Web-Diensten wie Google oder salesforce.com möglich. (mje/tecChannel)

Interview mit Martin Kinne, General Manager und Geschäftsführer der Unify GmbH.

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