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Aus für Web-Zeitschrift gold.de

23.10.2000 | 10:10 Uhr |

Nach nur knapp sieben Monaten kam am Freitag das Aus für die Web-Zeitschrift gold.de und ihren Internet-Ableger. Magazin und Online-Auftritt wurden eingestellt und die dahinter stehende Gesellschaft Crossmedia aufgelöst.

Nach nur knapp sieben Monaten kam am Freitag das Aus für die Web-Zeitschrift gold.de und ihren Internet-Ableger. Magazin und Online-Auftritt wurden eingestellt und die dahinter stehende Gesellschaft Crossmedia aufgelöst. Das teilte die PopNet Internet AG in Hamburg mit, die an Crossmedia mit 25 Prozent beteiligt war. Die Einstellung habe wirtschaftliche Gründe, erläuterte Pressesprecherin Susanne Jesche.

Das Anzeigengeschäft habe sich enttäuschend entwickelt. Die anvisierte Zielgruppe der Dot.com-Unternehmen sei offenbar nicht bereit gewesen, auch Werbung zu schalten. "Das haben wir falsch eingeschätzt", meinte Jesche. Das Anzeigengeschäft, das nach ihren Angaben zwei Drittel der Erlöse ausmachte, entsprach offensichtlich nicht den Vorstellungen der Gesellschafter. "Sie haben sich entschlossen, jetzt einen Schnitt zu machen", sagte Jesche. Von der Entscheidung sind 50 Mitarbeiter betroffen, Entlassungen wurden nicht ausgeschlossen.

Auf den Internet-Dienstleister und Software-Entwickler PopNet kommen nach Angaben von Jesche "einmalige Abschreibungen von 3,9 Millionen Euro (7,6 Mio Mark)" zu. Außerdem werde mit einer einmaligen Belastung des Ergebnisses durch die Auflösung von Crossmedia in Höhe von 1,5 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz von PopNet liegt in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei 11,8 Millionen Euro und damit 252 Prozent höher als in der Vorjahresperiode. Neben der PopNet Internet AG waren auch der Hamburger Otto-Versand (24,9 Prozent), die Gründer (33,9) sowie das Management von Crossmedia (sechs) Prozent und die Commerzbank Beteiligungs-GmbH (10,2) mit im Boot.

Das Magazin mit Tipps zum Einkaufen und Surfen im Internet sowie einem Programmführer zu den Ereignissen im Netz war am 23. März erstmals erschienen, 20 Ausgaben kamen heraus. Beiträge und Produkte waren mit Ziffernfolgen versehen, die das Surfen über das Gold-Internet-Portal im weltweiten Netz einfacher machen sollten. Den Anwendern wurde am Freitag im Netz für den Besuch gedankt: "Man sieht sich!"

Die 14-tägige Zeitschrift, die mit einer Druckauflage von 800.000 Exemplaren und einem Preis von 2,70 Mark gestartet war, hatte nach eigenen Angaben rund 150.000 Exemplare verkauft. Insgesamt war eine Auflage von 300.000 Exemplaren anvisiert worden. Um mehr Leser zu gewinnen, hatten die Blattmacher nach Personalquerelen das Magazin überarbeitet und im September noch ein Fernseh-Programm beigelegt. Zwei Ausgaben gab es dann zum Aktionspreis von einer Mark. (PC-WELT, 21.10.2000, dpa/ mp)

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