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Aus für Gratis-Internet?

19.01.2001 | 11:46 Uhr |

Noch vor einiger Zeit als das Modell der Zukunft gepriesen, wird es nun eng für Gratis-Internet-Zugänge. BlueLight.com - eine Tochter der Handelskette K-Mart - beschränkt den kostenlosen Zugang nun. Der unbegrenzt freie Netzzugang wird künftig nicht mehr angeboten.

Das in den USA weit verbreitete Gratis-Internet-Modell steht vor dem Scheitern. Nach dem Rückzug des amerikanischen Suchportals Altavista aus dem Gratis-Providing stellt nun auch die Tochter der US-Handelskette K-Mart, BlueLight.com, ihren kostenlosen Web-Zugangsservice ein. Der Gratis-ISP hatte bereits Anfang Dezember angekündigt, seinen Dienst im neuen Jahr umstrukturieren zu müssen. Diese Woche gab BlueLight nun bekannt, dass der unbegrenzt freie Netzzugang künftig nicht mehr angeboten wird.

Kostenloses Surfen soll ab sofort auf insgesamt 25 Stunden pro Monat limitiert werden. Für zusätzliche Online-Zeit wird das Unternehmen ab kommendem Monat Gebühren verlangen. Allerdings sollen Usern, die auf der Website des US-Multis einkaufen, Gratis-Surfstunden gutgeschrieben werden.

K-Mart konnte nach dem Launch seines "Free Internet"-Service im Dezember 1999 Eigenangaben zufolge mehr als sechs Millionen Kunden gewinnen. In Verbindung mit der in den USA üblichen Telefon-Flatrate war die Web-Nutzung für die BlueLight-Surfer bislang völlig kostenlos. In erster Linie ist nun der Rückgang der Online-Werbeausgaben für die Einstellung des Gratisdienstes verantwortlich. Wie die meisten anderen amerikanischen Free-ISPs setzte auch BlueLight auf Einnahmen aus Internet-Ads.

Angesichts der Online-Werbeflaute stellte Ende letzten Jahres bereits Altavista seinen kostenlosen Web-Zugangsservice ein. Im Sommer war mit WorldSpy der erste Gratis-ISP pleite gegangen. Damit bleiben in den Staaten nur noch zwei große Free-Provider übrig: NetZero und Juno.com. "Das Modell des unlimitierten Gratis-Netzzugangs ist also gescheitert", erklärte Dave Karraker, Director of Corporate Communications bei BlueLight, gegenüber dem Web-Infodienst Newsbytes. (PC-WELT, 19.01.2001, jas)

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