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Aus für "Free-PC"

Der Free-PC hat sich in Deutschland nicht durchgesetzt. Das noch Ende letzten Jahres als Trend gepriesene Modell, bei dem PCs mit Internet-Anschluss quasi verschenkt werden, hat offensichtlich versagt. Der Grund: Die Angebote waren meist an Verträge mit unzeitgemäß langen Laufzeiten oder andere unbequeme Verpflichtungen gekoppelt. Und oft wurde dies den Kunden auch noch verschwiegen. Ein Fall ist bekannt, in dem der Anbieter sich sogar als Betrüger entpuppte.

Der Free-PC hat sich in Deutschland nicht durchgesetzt. Das noch Ende letzten Jahres als Trend gepriesene Modell, bei dem PCs mit Internet-Anschluss quasi verschenkt werden, hat offensichtlich versagt. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Angebote an Verträge oder andere Verpflichtungen gekoppelt waren, was den Kunden jedoch oft verschwiegen wurde.

Der tecChannel hatte im Dezember eine Reihe von Free-PC-Angeboten unter die Lupe genommen. Fast alle sind mittlerweile vom Markt verschwunden. Einige hätten dies damit begründet, dass es sich um eine einmalige Aktion gehandelt hätte. Das Online-Magazin vermutet jedoch, dass die Ursache häufig auch in der geringen Resonanz zu suchen ist.

Laut tecChannel entpuppten sich die PC-Schnäppchen nämlich bei näherer Betrachtung als völlig veraltete Hardware. Dies sollte, gepaart mit einem verklausulierten Vertragsangebot - von Providerverträgen über Stromanbieter-Bindung bis hin zu Zeitschriftenabonnements - für den nötigen Spareffekt sorgen. Die Laufzeit der entsprechenden Verträge war in der Regel sehr lang - Vertragsbindungen unter 24 Monaten gab es kaum. In Zeiten von ständig wechselnden Tarifen, Internet-by-Call und Flatrates ein Anachronismus, urteilt tecChannel.

Krassestes Beispiel: der werbefinanzierte PC von Solution by Connecting, für den vor der Auslieferung eine Anmeldegebühr zu entrichten war. Auf dieser Gebühr basierte offenbar das Geschäftsmodell des Anbieters - zur Auslieferung des PCs kam es nicht mehr. Vermutlich Hunderte von Kunden sind auf diese Weise geschädigt worden, so das Web-Magazin.

Die fragwürdigen 1-Mark-PC-Angebote sind ebenso schnell wieder vom Markt verschwunden, wie sie zu Beginn des angeblichen Free-PC-Trend aufgetaucht sind. Der Flurschaden, den sie hinterlassen haben, dürfte es zukünftigen Angeboten schwer machen. Der gesponserte PC funktioniert augenscheinlich nur, wenn der Zusatznutzen konkret mit dem Gerät verbunden ist, so das Fazit des tecChannel. (PC-WELT, 19.05.2000, sp)

Gratis-PCs: Oft richtig teuer (PC-WELT Online, 22.11.99)

SYSTEMS 99: "Gratis"-PC von Ibex (PC-WELT Online, 19.10.99)

Tiny: Kaum jemand will Gratis-PCs (PC-WELT Online, 19.8.99)

Gratis-PC von Microsoft (PC-WELT Online, 15.7.99)

Mobilcom: Bald Gratis-Internet-PC (PC-WELT Online, 6.9.99)

Bald "Free PCs" von Dell? (PC-WELT Online, 31.5.99)

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