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Gefeuerter Mitarbeiter schaltet PKWs per Internet ab

19.03.2010 | 11:35 Uhr |

Ein kurioser Hacker-Fall wird aus dem texanischen Austin gemeldet: Der entlassene Mitarbeiter eines Auto-Händlers schaltete via Internet mehr als 100 Fahrzeuge ab.

So langsam hält das Internet Einzug in Kraftfahrzeuge; immer mehr Hersteller bieten Internet-Empfang, zumindest in ihren höherpreisigen Modellen. Doch das hat nicht nur Vorteile: Autos sind damit bis zu einem gewissen Grad eben auch den gleichen Gefahren wie PCs ausgesetzt. Das demonstriert anschaulich ein Hacker-Fall aus Austin, Texas.

Dort konnten mehr als hundert Autofahrer ihren PKW nicht mehr starten. Oder aber ihr fahrbarer Untersatz entwickelte ein ohrenbetäubendes Dauer-Hupkonzert, das nur beendet werden konnte, wenn man die Autobatterie abklemmte. Beides war das Ergebnis eines Racheakts eines entlassenen Mitarbeiters des Auto-Händlers, der die betroffenen Fahrzeuge via Internet-Zugriff sabotierte, wie man in einem Blog-Eintrag auf dem Online-Magazin wired lesen kann.

Der rachsüchtige Ex-Mitarbeiter nutzte dafür ein System namens Webtech Plus , das sein ehemaliger Chef, der Autohändler, in die PWKs einbauen ließ, um die Fahrzeuge stilllegen zu können, falls die Käufer ihre monatliche Rate für das Auto nicht bezahlen. Bei dem System Webtech Plus handelt es sich um eine Blackbox hinter dem Armaturenbrett des Fahrzeugs. Das System bietet zwei Möglichkeiten, den säumigen Autofahrer an die ausstehenden Leasingraten zu erinnern: Es kann die Zündanlage des Fahrzeuges lahmlegen (das geht aus Sicherheitsgründen nur bei ausgeschalteter Zündung. So lange der PKW fährt, lässt er sich nicht abschalten) oder ein Dauer-Hupton einschalten – quasi als akustisches „Mahnschreiben“.

Das Funk-Signal an die Blackboxes wird von einem Server aus verschickt. Bei diesem Server hackte sich der Ex-Mitarbeiter ein und veranlasste das Versenden der Störsignale.

Die Polizei nahm den 20-jährigen Übeltäter fest. Er war erst im Monat zuvor von dem Autohändler entlassen worden und hatte sich die Zugangsdaten zum Server wohl von einem anderen Mitarbeiter besorgt.

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