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Auktionshaus für medizinische Leistungen

12.08.2007 | 13:52 Uhr |

Auf einem neuartigen Online-Portal werden private Behandlungen an den Meistbietenden verkauft. Das Konzept stößt auf harte Kritik aus der Ärzteschaft und sei zumindest ethisch fragwürdig.

Das Online-Portal Opor.de (Kurzform für "Order Deine Operation!") orientiert sich an anderen Auktionshäusern wie beispielsweise eBay für Artikel aller Art oder My Hammer für Handwerkerleistungen. Als Verkaufsgegenstand dienen jedoch private Behandlungen, die von Patienten angefragt werden können. Bei diesen Leistungen handelt es sich zum Beispiel um eine Laserbehandlung für die Augen, Schönheits-OPs für die Nase, Kronen für den Zahn oder Hypnosetherapie und Akupunktur. Ärzte können für jede dieser Wunschbehandlungen ein Preisangebot abgehen. Nach 14 Tagen erhält der Patient die fünf besten Angebote und kann darunter seinen Wunscharzt wählen.

Die Macher hinter der in Berlin ansässigen Web-Präsenz von Opor.de stoßen schon jetzt auf harte Kritik aus der Ärzteschaft. Die Landesärztekammer Brandenburg spricht von berufsethischen Bedenken, die Ärztekammer in Berlin sieht in dem Angebot gar den Status des Arztes als Vertrauensperson gefährdet. Weiterhin geht man davon aus, dass die Gebührenordnung der Ärzte nur wenig Beachtung finden könnte. Deren Sätze dürften jedoch nicht unlauter unterschritten werden. Bei einer Auktion im herkömmlichen Sinne wäre dies jedoch nur eine Frage der Zeit. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg empfindet das Angebot von Opor.de als ethisch fragwürdig und sehr bedenklich. Das berufsrechtliche Verbot, Diagnosen am Telefon zu stellen, existiere nicht ohne Grund und sei zum Schutz der Patienten angedacht gewesen. Das Vorstandsmitglied der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Brandenburg Rainer Linke rät daher allen Ärzten davon ab, Angebote für unbekannte Patienten abzugeben. Seine Meinung bringt er mit einem Satz auf den Punkt: "Mit Gesundheit kann man nicht handeln."

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