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Verbraucherschützer warnen vor Facebook

08.04.2010 | 09:47 Uhr |

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schließt sich der Kritik an Facebook an und warnt vor der Nutzung des weltgrößten Online-Netzwerks. Der Grund: Facebook missachte den Datenschutz.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hatte kürzlich den Datenschutz bei Facebook scharf kritisiert und in einem offenen Brief an den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg damit gedroht, ihre Facebook-Mitgliedschaft kündigen zu wollen. Aigner fordert von Facebook unter anderem, dass der Dienst sicherstellen müsse, dass die persönlichen Daten aller Mitglieder umfassend geschützt werden und grundsätzlich persönliche Daten nicht ohne Einwilligung automatisch an Dritte zu kommerziellen Zwecken weitergeleitet werden dürfen.

"Eine Weiterleitung und Kommerzialisierung privater Daten darf nur mit Zustimmung der betroffenen Personen erfolgen. Gerade weil besonders jungen Nutzern meist nicht bewusst ist, dass ihre persönlichen Profile zu kommerziellen Zwecken genutzt werden sollen, kommt Unternehmen wie Facebook eine besondere Verantwortung zu", so Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

Der Kritik an Facebook hat sich nun auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen ( vzbv ) angeschlossen. Demnach habe Facebook wiederholt und wissentlich datenschutzrechtliche Bestimmungen missachtet.

"Im vergangenen Sommer hatte der vzbv die Vertrags- und Datenschutzbestimmungen von Sozialen Netzwerken, darunter auch Facebook, abgemahnt. Alle Anbieter erklärten daraufhin, die beanstandeten Klauseln nicht mehr verwenden zu wollen. Doch an diese Erklärung hält sich Facebook nicht, wie eine aktuelle Überprüfung des vzbv ergab. Nutzer sollten den geplanten Änderungen widersprechen", so die Verbraucherschützer.

Die von Facebook angekündigten Änderungen bei den Datenschutzbestimmungen würden alles nur noch schlimmer machen. Facebook-Nutzer, die den neuen Regeln zustimmen, würden Facebook einen Freibrief für eine weitgehende Verwendung und Weitergabe von Daten einräumen.

"Momentan können wir den Nutzern nur raten, den geplanten Änderungen zu widersprechen und sich gemeinsam mit ihren Freunden einen neuen Anbieter zu suchen, wenn ihnen der Schutz ihrer persönlichen Daten wichtig ist", heißt es in der Mitteilung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Der vzbv fordert den Gesetzgeber und die Datenschutzbehörden dazu auf, dem "Belieben im Umgang mit den Daten durch Nutzer" ein Ende zu bereiten. So schlägt der vzbv vor, dass die Anwender künftig für die Weitergabe und Nutzung ihrer persönlichen Daten aktiv zustimmen müssen und der Betreiber sich nicht in den Geschäftsbedingungen wie bisher eine pauschale Zustimmung einräumen dürfe. Schließlich läge die Verantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes beim Betreiber und nicht beim Nutzen.

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