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Hacker veröffentlichen Nutzerdaten eines Porno-Dienstes im Web

14.06.2011 | 12:50 Uhr |

Die Hackergruppe LulzSec hat einen Porno-Videostreaming-Anbieter gehackt. Besonders derb: Die Hacker veröffentlichten eine lange Liste mit Mailadressen und Passwörtern der Porno-Nutzer und riefen dazu auf, deren Bekannte davon zu informieren. Auch deutsche Porno-Gucker sind betroffen.

LulzSec ist eine Hackergruppe, die in den letzten Wochen durch einige spektakuläre Einbrüche in Websites und Server auf sich aufmerksam machte. So hackten die Hacker die Website eines bekannten Spiele-Herstellers , die Website einer FBI-nahen Einrichtung und sie stahlen die Daten von einer Million Sony-Nutzern . Außerdem eroberten sie den Server des US-Senats. Doch was die Hacker mit der Website pron.com machten, ist richtig derb, ja geradezu heimtückisch. Und kann Beziehungen sowie Karrieren zerstören.
 
Pron.com ist ein Streaming-Dienst für Porno-Videos. LulzSec verschaffte sich Zugang zur Benutzerdatenbank von Pron.com und kopierte die Mailadressen und Passwörter, mit denen die Pron.com-Nutzer angemeldet waren.

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Die Hacker veröffentlichten diese bemerkenswerte lange Liste mit 26.000 Nutzerdaten auf ihrer Website. Und pickten sich einige besondere Mailadressen heraus. So hatten sich einige offensichtlich recht naive Mitarbeiter von US-Regierungsstellen mit ihren dienstlichen Mailadressen beim Porno-Dienst angemeldet. Unter anderem fanden die Hacker Mailadressen des Weißen Hauses und von der US-Armee. Außerdem hatten sich die Webmaster diverser anderer Online-Porno-Anbieter bei pron.com registriert.

Auch deutsche Internetnutzer sind betroffen

Unter den vielen Mailadressen der Pron.com-Nutzer befinden sich auch Adressen von Web.de, Freenet, Gmx, Alice.de und T-Online. Sofern jemand seine Mailadresse aus seinem richtigen Namen zusammengesetzt hat, ist der Fund und dessen Verbreitung an sich schon peinlich genug. Doch LulzSec geht noch weiter und fordert zum Denunziantentum auf: Die Hacker geben nämlich den Ratschlag, doch einfach mal auszuprobieren, ob man sich mit den Mailadressen und den Passwörtern nicht auch bei diversen Social Networks wie beispielsweise Facebook anmelden kann. Sofern das klappt und man sich tatsächlich mit den geklauten pron.com-Nutzerdaten bei Facebook oder Xing anmelden könne, solle man dort den Verwandten des jeweiligen Nutzers Bescheid geben, dass er bei einem Porno-Dienst angemeldet sei.
 
Die Hacker rufen also dazu auf, den pron.com-Nutzer bei Verwandten und Freunden anzuschwärzen. Wie wohl die Ehefrau darauf reagiert, wenn sie so erfährt, dass ihr Mann bei einem Porno-Dienst angemeldet ist? Und was sagt der Arbeitgeber zu so einem Hinweis? Immerhin gibt es genügend Einrichtungen, die einen besonderen Wert auf das Privatleben ihrer Mitarbeiter legen, beispielsweise kirchliche Einrichtungen. Bei pron.com-Nutzern in den USA kommt noch erschwerend hinzu, dass dort religiöse Fanatiker mitunter regelrechte Treibjagden auf Menschen machen, die ihrer Meinung nach gegen die „richtigen“ Moralvorstellungen verstoßen. LulzSec kann mit seiner Veröffentlichung also durchaus Karrieren und Beziehungen zerstören.
 
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