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Auf der CeBIT wird es kuschelig

Das digitale Zuhause steht im MIttelpunkt der kommenden CeBIT. Die Hersteller proben schon mal mit gemütlichen Sitzecken.

Auf der kommenden Computermesse CeBIT im März (10.-16.) in Hannover wird es an vielen Ständen kuschelig und gemütlich zugehen. "Um das Aufstellen von Sofas, Sitzecken, Kommoden und Fernseher wird kaum ein Unternehmen herumkommen", schätzt Christian Anderka von Intel. Der weltgrößte Chiphersteller selbst wird rund 60 bis 70 Prozent seiner Präsentationen dem digitalen Zuhause widmen. Einen Großteil des Restes wird der Schwerpunkt "digital Lifestyle" ausmachen - Anwendungen zum meist mobilen Nutzen und Verwalten von Musik und Videos. Die Computerbranche ist in den digitalen Wohnzimmern angekommen, hört man unisono aus der Industrie.

Nach einigen Flautejahren kann die PC-Branche zufrieden sein. Mit Lösungen für die digitale Unterhaltung wurde ein lukrativer Markt erfolgreich erschlossen. Denn die Unterhaltungselektronik hat trotz schwächelnder Konjunktur stetig zugelegt. Allein in Deutschland rechnet die Branche trotz eines durchschnittlichen Preisverfalls von 20 bis 25 Prozent mit einem Zuwachs von rund drei Prozent auf 19 Milliarden Euro für das vergangene Jahr. Noch im vierten Quartal 2004 war der Verkauf herkömmlicher Personal Computer im Endkunden-Segment nach Erhebungen von Gartner dagegen schlechter ausgefallen als erwartet. Als Grund nannte das Marktforschungsunternehmen vor allem fehlende Innovationen in der PC-Ausstattung. ""Neue Entwicklungen in der digitalen Unterhaltung haben die Kunden deutlich mehr zum Kaufen angeregt."

Das digitale Wohnzimmer, das vernetzte Zuhause - diese Begriffe sind bereits auf vielen CeBIT-Messen der letzten Jahre beschworen worden. Doch im kommenden März sollen die vorgestellten Lösungen ein ganz neues Attribut erhalten: Sie werden alltagstauglich. Selbst "Normalverbraucher" sollen sich jetzt ein vernetztes Haus bauen können, sagte Bill Gates, Chef-Software-Architekt des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft kürzlich in München. Doch noch immer ist es nicht wirklich banal, die vielen unterschiedlichen Geräte dazu zu bringen, auch tatsächlich miteinander zu kommunizieren. "Wir müssen noch hart daran arbeiten, um die Software-Schnittstellen zu vereinheitlichen und eine gemeinsame Plattform zu schaffen", gibt Gates zu.

Die Schwergewichte der PC-Industrie treten auch auf der CeBIT 2005 in offene Konkurrenz zur Branche der Unterhaltungselektronik. Intel, Microsoft und Hewlett-Packard stellen ihre Konzepte vor, wie künftig der Computer als Schaltzentrale die bunte Welt der Filme, Bilder und der Musik überall im Haus zur Verfügung stellt. Dass es auch künftig kein Kinderspiel sein wird, in der von den Herstellern der Braunen Ware seit Jahrzehnten beherrschte Domäne nachhaltig Fuß zu fassen, ist ihnen bewusst. Nicht umsonst starteten Microsoft und Intel im vergangenen November ihre gemeinsame Werbe-Kampagne "Digital joy", in die die Partner einige zehn Millionen Dollar investieren.

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