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Microsoft in den Top 10 der Spammer-Provider

27.11.2008 | 17:12 Uhr |

Die Statistiken von Spamhaus.org zeigen Microsofts Hotmail und Windows Live Spaces unter den zehn bei Spammern beliebtesten Diensten. Yahoo hat es hingegen geschafft aus den Top 10 schnell heraus zu kommen.

Die Anti-Spam-Organisation Spamhaus.org veröffentlicht unter anderem regelmäßig eine Top-10-Liste der Provider, die von Spammern gern und viel genutzt werden. Im Gegensatz zu Firmen wie dem kürzlich abgeklemmten Provider McColo handelt es sich dabei nicht notwendigerweise um Unternehmen, die Spammer und Online-Kriminelle als Kunden zumindest dulden. So findet sich Microsoft auf Platz 5, Verizon auf Platz 9 und Yahoo war kürzlich auch noch auf der Liste.

Die Spamhaus-Liste "The 10 Worst Spam Service ISPs" wird im 24-Stunden-Takt neu generiert. Sie ist nach Zahl der Spam-Vorfälle sortiert, womit nicht einzelne Mails sondern ganze Spam-Kampagnen gemeint sind, die von einer Quelle ausgehen. Microsoft ist (nach längerem Anlauf) kürzlich auf Platz 9 in die Top-10-Liste eingestiegen und wird seit mehreren Tagen auf Rang 5 der "schlimmsten Spammer-Provider" geführt.

Microsoft bietet kostenlose Dienst wie Hotmail und Live Spaces an, die von Spam-Versendern gerne genutzt werden. Schutzmaßnahmen wie CAPTCHAs, die automatische Massenregistrierungen neuer Benutzerkonten durch Scripte verhindern sollen, erweisen sich als nicht ausreichend . Die Spammer benutzen Mail-Konten bei Hotmail nicht nur zum Versenden von Spam. Die damit verbundene Möglichkeiten zur Nutzung weiterer kostenloser Dienste wie Live Spaces ist ihnen ebenfalls sehr willkommen. Sie können dort Bilder, Web-Seiten und andere Dateien ablegen, die in den Spam-Mails verlinkt werden.

Bekannte und von vielen legitimen Anwendern genutzte Dienste wie Hotmail oder Yahoo sind bei Spammern vor allem deshalb beliebt, weil sie davon ausgehen, dass deren IP-Adressen nicht von Anti-Spam-Diensten blockiert werden. Richard Cox von Spamhaus.org hat gegenüber der Washington Post erklärt, Microsoft sei über die illegalen Aktivitäten der Spammer informiert worden. Im Gegensatz zu Microsoft habe Yahoo, das bis vor ein paar Tagen ebenfalls in der Top-10-Liste gestanden habe, schnell reagiert und wirksame Maßnahmen ergriffen.

Microsoft erklärt dazu, es mache stetig Fortschritte bei der Eindämmung missbräuchlicher Nutzung von Windows-Live-Diensten. Für Spam-Zwecke benutzte Live.com-Konten würden umgehend gesperrt. Offenkundig gibt es da schlicht ein Volumenproblem - man kommt mit dem Sperren schlicht nicht hinterher.

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