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Audiogalaxy so gut wie tot

18.06.2002 | 11:08 Uhr |

Blitzschnell ging die außergerichtliche Einigung von statten: die Rede ist von den Verhandlungen zwischen der RIAA (Recording Industry Association of America ) sowie der National Music Publishers' Association (NMPA) auf der einen und der Tauschbörse Audiogalaxy.com auf der anderen Seite. Erst im Mai hatte die RIAA Klage eingereicht und dem Napster-Klon massive Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen.

Blitzschnell ging die außergerichtliche Einigung vonstatten: die Rede ist von den Verhandlungen zwischen der RIAA (Recording Industry Association of America) sowie der National Music Publishers Association (NMPA) auf der einen Seite und der Tauschbörse Audiogalaxy.com auf der Anderen. Erst im Mai hatte die RIAA Klage eingereicht und dem Napster-Klon massive Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen.

In den Augen der RIAA war Audiogalaxy sogar noch schlimmer als Napster. "Mit Funktionen, wie beispielsweise den Möglichkeiten, einzelne Songs, komplette Alben, Cover oder Software herunterzuladen sowie einer Peer-to-Peer-Funktion, ist das System von Audiogalaxy noch unerhörter als das von Napster", so eine Pressemitteilung der RIAA.

Nach der nunmehr gültigen Vereinbarungen zwischen der RIAA und der Tauschbörse darf nun nur noch ein so genanntes "filter-in"-Modell betrieben werden - das bedeutet, dass nur mit ausdrücklicher Zustimmung der jeweiligen Künstler, Produzenten und Verleger die Musik zum Download zur Verfügung gestellt und über das Peer-to-Peer-Netzwerk verbreitet werden darf.

Darüber hinaus muss Audiogalaxy den Verlegern und Produzenten eine - wie es heißt - "umfangreiche" Summe zahlen. Genauere Details wurden allerdings nicht bekannt gegeben.

Hilary Rosen, CEO der RIAA, zeigte sich von Vereinbarung sichtlich erfreut. In der Pressemitteilung der RIAA wird sie mit den Worten zitiert: "Dies ist ein Sieg für jeden, der sich darum bemüht, den Wert von Musik zu schützen." Weiter heißt es: "Dies sollte als ein Weck-Signal für die übrigen Tauschbörsen dienen, die unerlaubtes Kopieren unterstützen."

Edward P. Murphy, Präsident und CEO der NMPA, schlug in die gleiche Kerbe. Seiner Meinung nach ist im Internet kein Platz für Dienste, die das Schaffen von Künstlern ausnutzen, ohne eine angemessene Kompensation bereit zu stellen.

Suchanfragen bei der Tauschbörse bringen zwar noch Ergebnisse, aber die Treffer (Titel) sind allesamt nicht verfügbar. Ob dies mit einer möglichen Umstellung des Geschäftsmodells, die sich auf Grund der großen Anzahl von einzuholenden Genehmigungen eine Weile hinziehen könnte, oder mit einem kompletten Einstellen des Angebots zusammenhängt, ist derzeit völlig unklar.

Mehr zum Thema "MP3-Tauschbörsen vor dem Aus" finden Sie in unserem gleichnamigen PC-WELT Ratgeber .

PC-WELT Ratgeber: MP3-Tauschbörsen vor dem Aus?

RIAA nimmt jetzt auch Audiogalaxy ins Visier (PC-WELT Online, 27.05.2002)

RIAA: Online-Piraten Schuld am Umsatzrückgang (PC-WELT Online, 26.02.2002)

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