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User beschallen Web 2.0 mit ihrem Klang

31.05.2009 | 15:39 Uhr |

Die visuellen Reize des Web 2.0 haben sich mit Portalen wie YouTube oder Flickr längst als Massenmarkt etabliert. Homevideos und Fotos online verfügbar zu machen und auf Social-Networking-Plattformen zu verbreiten ist mittlerweile beinahe schon wieder aus der Mode.

Anders verhält es sich hingegen mit einfachen Audioinhalten. Selbst produzierten Klängen und Tönen oder dem bloßen gesprochenen Wort haben die User bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt, was nicht zuletzt auf den Mangel an entsprechenden Angeboten an Portalen zurückzuführen sein dürfte. Der britische Dienst Audioboo verschafft diesem Umstand nunmehr Abhilfe und erfreut sich eines regen Zustroms an Audiodateien und mitteilungsbedürftigen wie auch lauschenden Nutzern. Dabei sind seine Funktionen jenen von bereits etablierten Social Networks nachempfunden.

Wie bei Web-2.0-Netzwerken üblich, können User auf Audioboo Dateien hochladen, um sie mit anderen zu teilen. Während sich Angebote für Videos, Fotos oder Texte im Netz rasch etabliert haben, schließt die Plattform nun die bestehende Lücke für Audiofiles. Die sogenannten "Boos" werden auf dem Portal mit einer Maximallänge von fünf Minuten veröffentlicht und auf Wunsch mit einem Foto sowie einem Google-Maps-Ausschnitt versehen, um sie in einem integrierten Player im Browser abzuspielen. Den üblichen Web-2.0-Funktionen angepasst, können die Audiodateien darüber hinaus auf anderen Plattformen verbreitet werden. Nutzer haben etwa die Möglichkeit, die Boos in andere Websites und Portale einzubetten oder sie via iTunes zu abonnieren.

Während sich der Microblogging-Dienst Twitter auf die Verbreitung kurzer Textnachrichten beschränkt, bietet Audioboo entsprechende Optionen für Toninhalte. User können einander folgen, Kanäle bzw. Mini-Podcasts anderer Nutzer abonnieren und Beiträge mit Kommentaren versehen. Als gratis iPhone-Applikation verfügbar bedarf die Veröffentlichung von Audiobeiträgen keines Aufnahme-Equipments, sondern kann direkt über das Telefon vorgenommen werden. Wie der Guardian berichtet, wurde Audioboo im März gegründet und verzeichnet seither eine rasant wachsende Zahl an Boos und Abonnenten. Allein in der vergangenen Woche seien mehr als 66 Stunden an Audiomaterial veröffentlicht worden. Schätzungen zufolge wurden seit dem Start des Portals allein auf Handys bereits über 30.000 Downloads von Tonbeiträgen vorgenommen. (pte)

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