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Audi zeigt pilotiertes Fahren und neues Laserlicht-Konzept

10.01.2014 | 15:50 Uhr |

Auf der CES 2014 präsentiert Audi selbstständig fahrende Autos, ein System, das Ampelphasen kennt sowie ein neues Showcar mit Laserlicht. Wir haben uns die spannenden Neuheiten genauer angesehen.

In der Zocker-Stadt Las Vegas finden jährlich Trendmesse CES statt, auf der Hersteller ihre neuesten Gadgets sowie Technologien vorstellen. Auch Autohersteller demonstrieren ihre Entwicklungen in Hinblick auf Intelligenz im Auto und verbesserter Vernetzung - wie es beispielsweise Audi macht.


Traffic Jam Pilot: Audi fährt selbstständig bei zähem Verkehr

Der Staupilot steuert das Fahrzeug selbstständig bei zähem Straßenverkehr.
Vergrößern Der Staupilot steuert das Fahrzeug selbstständig bei zähem Straßenverkehr.
© Audi

Audi hat innerhalb eines Jahres deutliche Fortschritte in Sachen pilotiertem Fahren gemacht. So haben die Ingolstädter das Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS), das Anfang 2013 noch aus drei speraten Computern und vielen Kabeln bestand, in einer einzigen Platine untergebracht. In dem Audi-Testfahrzeug war das Gerät unauffällig im Kofferraum verbaut. Durch die Verwendung des "Superprozessors" Nvidia Tegra K1 , der mit 192 Grafik-Recheneinheiten arbeitet, steht dem System ausreichend Leistung für die Verarbeitung aller eingehenden Sensor-Daten zur Verfügung, um anschließend entsprechende Fahrkommandos wie Bremsen, Beschleunigen und Lenken zu berechnen.

Nvidia enthüllt neuen Tegra-K1-Chip

Die hohe Performance wird unter anderem für den Staupiloten (Traffic Jam Pilot) benötigt, durch den das Auto bei stockendem Verkehr selbtstständig ohne Eingreifen des Fahrers agiert - in etwa zwei Jahren könne das System Serienreife erreichen. Um im Straßenverkehr zugelassen zu werden, bedarf es allerdings einer Anpassung der gesetzlichen Vorschriften. Außerdem muss Audi gewährleisten können, dass der Fahrer genug Zeit hat, um im Ernstfall aktiv einzugreifen.

Voraussetzung für den Audi-Staupilot ist sehr zäher Verkehr auf einer Autobahn mit getrennten Fahrbahnen. Dann steuert das Fahrzeug bis maximal 60 Stundenkilometer Geschwindigkeit selbst. Hat der Fahrer den Staupilot aktiviert, kann er die Hände vom Lenkrad nehmen und sich entspannt zurücklehnen. Das Fahrzeug stellt sogar sicher, dass der Fahrer nicht einschläft und somit immer eingreifbereit ist. Um das sicherzustellen, überwacht eine Kamera die Augen des Fahrers und schlägt bereits nach zehn Sekunden Schlafphase Alarm - wacht er trotzdem nicht auf, bringt das Assistenzsystem den Wagen zum Stillstand, schaltet die Warnblinkanlage ein und setzt einen Notruf ab.

Traffic Light Information Online: Audi kennt Ampelphasen

Ein weiteres in der Entwicklung befindliches System ist die Ampelerkennung (Traffic Light Information Online). Dabei zeigt das System dem Fahrer an, wie schnell er fahren muss, um die nächste Ampel bei Grün zu erwischen. Die berechnete Geschwindigkeit entspricht der maximal erlaubten Geschwindigkeit oder niedriger. Das System verleitet Sie also nicht zum Rasen. Stehen Sie beispielsweise an einer roten Ampel, bekommen Sie die Zeit eingeblendet, bis die Ampel auf Grün schaltet. Interessant ist die Kombination mit der Start/Stopp-Automatik: Ist der Motor an der Ampel aus, dann startet das Auto automatisch fünf Sekunden vor der Grünphase. So werden Sie schon vorgewarnt und verschlafen nicht den "Start". Im ersten Test in Las Vegas klappte das sogar zuverlässig und gut.

Damit das System funktionieren kann, ist Audi abhängig von Verkehrsbehörden und Agenturen, die über entsprechende Verkehrsdaten verfügen. Über eine Internetverbindung kommuniziert das Fahrzeug dann in Echtzeit mit den Servern. Bis das System serienreif wird, kann es allerdings noch einige Jahre dauern, weil Audi zum einen die Verkehrsdaten von Dritten benötigt und diese anschließend für das eigene Programm umformatieren muss. Zum anderen steht noch die Entscheidung aus, welche Ampeln, ob alle oder nur wichtige Ampeln, überhaupt in das System aufgenommen werden sollen.

Audi stellt eigenes Android-Tablet "Smart Display" vor

Das Android-Tablet Audi Smart Display soll ab 2015 dem Nutzer als Zubehör für das In-Car-Entertainment-System dienen.
Vergrößern Das Android-Tablet Audi Smart Display soll ab 2015 dem Nutzer als Zubehör für das In-Car-Entertainment-System dienen.
© Androidcentral

Google hat im Rahmen der CES 2014 die Open Automotive Alliance (OAA) ins Leben gerufen, in der sich mehrere Autohersteller zusammenschließen, um das Android-System in ihre Fahrzeuge zu bringen. Ein erstes Ergebnis ist dabei das Audi-Tablet Smart Display. Als Zubehör für das In-Car-Entertainment will es der Autobauer ab 2015 seinen Kunden anbieten. Das Audi Smart Display setzt dabei auf einen 10,2 Zoll großen Bildschirm, den Tegra-4-Prozessor sowie gebürstetes Aluminium als Außenhaut. Außerdem ist das Tablet besonders kälte- und hitzeresistent, damit es getrost bei jedem Wetter im Auto liegen bleiben kann. Das ist auch schon fast der einzige Mehrwert, den das Gerät gegenüber anderen Smartphones und Tablets bietet. Zusätzlich soll das System speziell auf das Infotainment-System des Autos angepasst sein. Der Sicherheitsaspekt spielt dabei wohl keine Rolle, da Nutzer auch mit dem Tablet nicht auf systemkritische Bereiche zugreifen können.

Showcar Audi Sport Quattro Laserlight mit Laserlicht

Das Laser-Fernlicht des Audi-Showcars strahlt 500 Meter weit und ist dreimal so lichtstark wie LED-Fernlicht.
Vergrößern Das Laser-Fernlicht des Audi-Showcars strahlt 500 Meter weit und ist dreimal so lichtstark wie LED-Fernlicht.
© Dennis Steimels

Auf der CES 2014 präsentierte Audi außerdem ein neues Concept Car mit Plug-in-Hybridantrieb sowie starkem Laserlicht. Der e-tron-Motor leistet dabei satte 700 PS, der angeblich nur 2,5 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Spannend sind zudem die Laser-Scheinwerfer, die 500 Meter weit strahlen.

Die Doppelscheinwerfer bestehen aus einer Kombination aus Matrix-LED und Laserlicht. Im Inneren der Scheinwerfer sind je zwei flache, trapezförmige Körper zu erkennen – der äußere generiert über Matrix-LEDs und eine Blende das Abblendlicht, der innere das Laser-Fernlicht. Das Ergebnis: Mit fast 500 Metern Reichweite leuchtet das Laser-Fernlicht etwa doppelt so weit und dreimal so lichtstark wie LED-Fernlicht.

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