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Audi A8 L Security schützt vor Handgranaten und Gewehrfeuer

20.01.2014 | 12:51 Uhr |

Audi hat einen ganz besonderen A8 vorgestellt: Der Audi A8 L Security soll Beschuss mit NATO-Hartkernmunition standhalten und explodierenden Handgranaten trotzen. Die Passagiere kommunizieren über eine Wechselsprechanlage mit der Außenwelt. Für den Antrieb sorgt wahlweise ein 8- oder ein 12-Zylinder.

Audi hat die exklusivste Variante der Luxus-Limousine A8 vorgestellt: Den Audi A8 L Security. Die Luxuslimousine in Sonderschutzausführung erfüllt den Ingolstädtern zufolge die strengsten Richtlinien, die für zivile Fahrzeuge gelten. Neben der Panzerung verbaut Audi auch diverse Sicherheits-Technik. Optisch ist der Panzer-Audi aber kaum von der Serienversion zu unterscheiden.

Den Audi A8 L Security (5,27 Meter Länge und 3,12 Meter Radstand) treibt entweder der V8 4.0 TFSI (3.993 cm³ Hubraum leistet 435 PS) oder der W12-Motor (6.299 cm³ Hubraum liefern 500 PS) an. Der permanente Allradantrieb ist bei beiden Motorvarianten serienmäßig vorhanden.

Der A8 L Security wird in Neckarsulm gefertigt. Die spezifischen Bauteile entstehen von Hand in einer geschützten Produktionsumgebung. In etwa 450 Arbeitsstunden bauen geschulte Mitarbeiter sie ein, bevor die Karosserie zur Endmontage zurück ins Werk transportiert wird, wie Audi erklärt.

Beschuss-fest nach Beschussklasse VR 7

Der neue Audi A8 L Security besitzt laut Audi die offizielle Zertifizierung des Deutschen Beschussamts in München; er erfüllt die Anforderungen der Beschussklasse VR 7 nach der Richtlinie BRV 2009. Das Kürzel BRV steht für Bullet Resistant Vehicles (kugelsichere Fahrzeuge). In der Klasse VR 7 gelten die höchsten Anforderungen im Bereich ziviler Sonderschutzlimousinen: Das Blech und die Verglasung der Fahrzeugzelle müssen dem Beschuss mit NATO-Hartkernmunition standhalten. In Teilbereichen entspricht die Panzerung den Kriterien der Klassen VR 9 und VR 10. Die Widerstandsfähigkeit gegen Sprengungen ist nach der Richtlinie ERV 2010 geprüft (Explosion Resistant Vehicles).

In der Sicherheitszelle der Sonderschutz-Limousine, die als selbsttragendes Bauteil in die Karosserie integriert ist, kommen Audi zufolge extrem zähe und widerstandsfähige Materialien zum Einsatz – warmumgeformter Panzerstahl, Aramidgewebe, Keramik, Aluminium in spezieller Legierung und mehrlagiges Glas. An den Übergangsstellen überlappen sich die Schutzmaterialien um größtmögliche Sicherheit zu realisieren.

Die Aluminium-Seitenschweller schließen massive Ballistikprofile ein, die den Schutz gegen Explosivwaffen erhöhen sollen – ein Feld, auf dem die Anforderungen in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Der gepanzerte Fahrzeugboden aus einer speziellen Aluminiumlegierung dient demselben Zweck. Der neue Audi A8 L Security widersteht einem Angriff mit Militär-Handgranaten. Selbst eine Sprengladung, wie sie das Prüfprogramm definiert, soll das Leben der Passagiere nicht gefährden, wie Versuche mit Dummys nachgewiesen haben. Zumindest sagt das Audi.

Bei den Türfenstern, der Front- und der Heckscheibe verwendet Audi Spezialglas, das auf der Innenseite eine splitterhemmende Polycarbonat-Schicht trägt. Auf Wunsch bewegen elektromechanische Fensterheber die Seitenfenster; sie können sie fast ganz absenken. Eine Doorstop-Funktion hält die Tür in jeder gewünschten Position.

Ein zentraler Bereich der Sonderschutzlimousine ist die so genannte Kommunikationsbox im Gepäckraum. Sie enthält neben den Steuergeräten der Fahrzeug- und Kommunikationselektronik eine zusätzliche Batterie und Teile der optionalen Komponenten, die den Schutz der Passagiere weiter erhöhen sollen. Die gepanzerte Kommunikationsbox hat vergleichsweise leichte Türen aus Keramik, ihre Rahmen bestehen aus Aluminium. Auf Wunsch werden darüber hinaus Batterie und Kraftstofftank speziell geschützt.
Zur Serienausstattung des neuen Audi A8 L Security gehört auch die Wechsel­sprechanlage, mit der die Passagiere bei geschlossenen Fenstern mit der Außenwelt kommunizieren können. Sie nutzt einen Lautsprecher im Singleframe-Grill sowie Mikrofone für den Innenraum und den Außenbereich.

Optionale Sonderschutzausstattungen

Optional bietet Audi ein Notausstiegssystem an. Wenn der Fahrer oder der Fondpassagier einen verplombten Schalter drücken und einen der inneren Türgriffe ziehen, lösen pyrotechnische Trennschrauben in den Scharnieren die Tür von der Karosserie – sie lässt sich mit leichtem Druck nach außen aufstoßen.

Ein weiteres optionales Feature ist das Feuerlöschsystem, das per Tastendruck oder per Wärmesensor aktiviert wird. Das Löschmittel strömt aus zwei Behältern, die im Gepäckraum montiert sind, durch Rohre am Unterboden. Düsen spritzen es in die Radhäuser, an den Unterboden, an den Tank und in den Motorraum.

Das ebenfalls optionale Notfall-Frischluftsystem arbeitet mit zwei Druckflaschen, die im geschützten Bereich untergebracht sind. Auf Tastendruck versorgt es den Innenraum über Ausströmer mit frischer Atemluft – in den meisten Fällen lange genug, um eine Gefahrenzone zu durchfahren oder wieder zu verlassen. Das System erzeugt Überdruck im Autoinneren und verhindert so das Eindringen giftiger Gase. Eine weitere Option ist der Sicherheitsstart – hier aktiviert der Fahrer den Motor aus der Entfernung per Funk.

Außerdem gibt es gegen Aufpreis: Eine selektive Türentriegelung, ein Rauchabzug für den Innenraum, eine LED-Signalanlage für Konvoifahrt, Standartenhalter, Blitzleuchten, eine Sirene, eine Vorbereitung und der Einbau von analogem und digitalem Behördenfunk, ein Festeinbau-Telefon, ein Unfalldatenschreiber, eine zusätzliche Heckkamera und eine beheizbare Frontscheibe inklusive teilweise beheizbarer Seitenscheiben. Darüber hinaus geht Audi auch auf individuelle Sonderwünsche seiner Kunden ein.

Preis ist ein Geheimnis

Der neue Audi A8 L Security W12 ist ab sofort bestellbar, die Auslieferung beginnt im dritten Quartal 2014. Audi unterstützt seine Kunden mit umfangreichen Serviceangeboten und einem Spezialtraining für Fahrer und Fahrzeughalter. Zum Preis macht Audi keine Angaben. Das Gewicht des Wagens hält Audi ebenfalls geheim.

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