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Audi, BMW und Mercedes-Benz kaufen Nokia Here (Update)

23.07.2015 | 12:14 Uhr |

Audi, BMW und Mercedes-Benz kaufen laut einem Pressebericht den Karten- und Navigationsdienst Nokia Here. Die deutschen Autobauer konnten sich gegen Uber, Facebook und eine Private Equity-Firma durchsetzen. Update!

Update 23. Juli: Daimler-Chef bestätigt Kauf

Während sich Audi, BMW und Nokia noch zieren und die Übernahme von Nokia Here durch die drei deutschen Premium-Automobil-Hersteller nicht offiziell bestätigen wollen, hat Daimler-Chef Dieter Zetsche nach einem Pressebericht den Kauf bereits mehr oder weniger bestätigt.

Zwar nannte Zetsche offensichtlich nicht explizit den Namen Nokia Here, doch seine Äußerungen können nur auf Nokia Here gemünzt sein. Die Übernahme ist aber noch nicht vollzogen, mit der Unterzeichnung des entsprechenden Agreements rechnet die Nachrichten-Webseite Bloomberg für den 31. Juli.

Update Ende, Beginn der ursprünglichen Meldung:

Wie das Manager Magazin berichtet, kann der finnische Telekommunikationskonzern Nokia seinen Karten- und Navigationsdienst Nokia Here an ein Konsortium von Audi, BMW und Mercedes-Benz verkaufen.

Für Nokia Here, das bei vielen fest eingebauten Navigationssystemen aber auch bei den Garmin-Navigationsgeräten das Kartenmaterial und teilweise auch die Online-Echtzeitverkehrsinformationen liefert und Automobil-Herstellern mit den sehr detailreichen HD-Maps die dringend benötigten Karten für hochautomatisierte Fahrzeuge verkauft, bezahlen die drei deutschen Autobauer laut Manager Magazin rund 2,5 Milliarden Euro.

Kaufpreis ist niedriger als erhofft

Das ist weniger als sich Nokia ursprünglich erhofft hatte. Nokia wollte nämlich ursprünglich 3,5 Milliarden Euro für Here haben.
Zudem hatten auch Uber, Facebook und eine Private Equity-Firma für den begehrten Kartendienst mitgeboten. Uber und Facebook stiegen aber offensichtlich aus dem Bieterstreit aus. Und der Private-Equity-Investor General Atlantic ist zunächst einmal nicht mit an Bord, wie das Manager Magazin erklärt.

Mit dem Erlös will Nokia seine Expansion im Netzwerk-Ausrüsterbereich finanzieren. Garmin hatte uns bereits vor einiger Zeit auf unsere Nachfrage erklärt, dass man zunächst keine Auswirkungen auf das eigene Geschäft durch den Verkauf erwarte, weil Garmin mit Nokia Here langfristige Verträge habe.

Ganz in trockenen Tüchern scheint der Verkauf aber noch nicht zu sein. Wahrscheinlich solle aber noch im Juli final über den Verkauf entschieden werden.

Darum ist Nokia Here so wertvoll

Nokia Here ist deshalb so interessant, weil Nokia Here neben TomTom und dem freien Openstreetmap-Projekt der einzige große Anbieter von eigenem Kartenmaterial ist. Die Karten von Nokia Here stammen ursprünglich von dem US-Unternehmen Navteq, das Nokia im Jahr 2011 aufkaufte. Navteq war neben Teleatlas der wichtigste Anbieter von Geodaten und digitalem Kartenmaterial. Teleatlas wiederum wurde von TomTom aufgekauft. Zusätzlich zu diesem Riesenschatz an Navteq-Kartendaten, die immer weiter aktualisiert werden, sammelt Nokia Here mit seinen Fahrzeugen mittlerweile auch HD-Kartendatenmaterial. Und natürlich stellt Nokia Here Echtzeitverkehrslagedaten bereit. Diese nutzt beispielsweise Mazda für sein Navigationssystem.

Stellungnahmen der Unternehmen

Offizielle Stellungnahmen der beteiligten Unternehmen liegen noch nicht vor. Audi sagte uns auf unsere Nachfrage nur, dass man sich zu dem Bericht nicht äußere. Also weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Nokia Deutschland wiederum konnte oder durfte uns auf unsere Nachfrage ebenfalls keine Stellungnahme geben. Aber auch für Nokia gilt: Es gab zumindest kein Dementi.
 

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