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Adblock Plus

Auch Spiegel, Süddeutsche & FAZ wehren sich gegen Adblocker

13.05.2013 | 15:21 Uhr |

"Schalten Sie bitte den Adblocker ab!" Immer mehr Webseiten wenden sich mit dieser Bitte an ihre Leser. Warum sie das tun und mit welchen Methoden die Adblock-Entwickler reagieren, beleuchten wir in diesem Artikel.

Das Firefox-Addon mit den meisten Anwendern heißt "Adblock Plus" und blockiert Werbung auf Internetseiten. Mit dieser Werbung finanzieren die allermeisten Redaktionen ihre Webseite. Auch wir. Ohne Werbung könnten wir Ihnen keine kostenlosen Inhalte mehr in der jetzigen Qualität zur Verfügung stellen. Die Werbe-Anzeigen bezahlen für Beiträge, Artikel, Tipps, Tests, Hardware, Software, Serverkosten, Testgeräte, Interview-Reisen, Redakteure, Autoren, Angestellte und so weiter. Aus diesem Grund hatten wir uns zu einem Hinweis auf pcwelt.de entschlossen. In einem kleinen Kästchen machten wir Adblock-User auf diesen Umstand aufmerksam und baten sie, ihren Adblocker so zu konfigurieren, dass unsere Werbung nicht mehr blockiert wird. Wie das geht, können Sie immer noch hier nachlesen .

Das kleine Kästchen aber, welches nur für Adblock-Nutzer sichtbar war, wurde von den Werbeblockern auf eine schwarze Liste gesetzt. Es wird nun bei aktiviertem Adblocker ausgeblendet.

Heute haben Spiegel Online, Sueddeutsche.de, Faz.net, Zeit, Golem.de und RP Online einen Hinweis an Adblock-Nutzer in ihre Webseiten integriert. Genau wie wir vor einigen Monaten. Der Hinweis führt zu einer Anleitung, wie man den Adblocker wieder deaktiveren kann. Spiegel Online zum Beispiel nennt Zahlen: Rund 25 Prozent der Leser würden bereits mit Adblock Plus auf der Nachrichtenseite surfen. Das heißt, dass der Webseite ein Viertel seiner Einnahmen aus Anzeigen entgeht. Aber genau wie bei uns, landeten die Hinweise schnell auf schwarzen Listen und wurden damit nutzlos gemacht. Weil sie die Betroffenen nicht mehr erreichen.

Paradox: In einem aktuellen Blog-Eintrag ruft Till Faida, CEO der Eyeo GmbH, zu der Adblock Plus gehört, "alle Websites, Verlage, Advertiser und Ad-Networks auf, sich dem Dialog zu stellen". Der Dialog darf aber scheinbar nicht auf den betroffenen Webseiten stattfinden. Denn dort werden die Hinweis-Kästchen dem neuen Update von Adblock Plus sei Dank ausgefiltert. Faida schiebt die Verantwortung der Community in die Schuhe. Es sei die Community gewesen, die reagiert und die Meldung blockiert habe - nicht er oder das Adblock-Team. Grundsätzlich unterstütze man einen solchen Aufruf ja. Aber "unsere Community ist sensibel", rechtfertigt er die Aktion. Der Aufruf selbst habe "einen großen 'Störcharakter'", schreibt er und verlinkt auf eine Anleitung, wie man das Filterlisten-Update mit der Hinweis-Blockade noch schneller bekommt als durch die automatische Update-Funktion.

Wie der Dialog aussehen soll, lässt er offen. Anfang 2012 kam es allerdings schon einmal zu einem Dialog zwischen Adblock Plus und PC-WELT - als Till Faida uns in der Redaktion besuchte und vorschlug, dass wir Geld zahlen sollen, wenn unsere Werbung nicht mehr blockiert werden soll.

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