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Attacke auf veröffentliche CIA-Daten

25.07.2000 | 12:22 Uhr |

Die Cryptome-Seite, auf der seit Samstag ein angeblicher Geheimbericht des CIA öffentlich zugänglich ist, war gestern das Ziel von Denial-of-Service-Attacken. Auch Mirror-Sites waren zum Teil nicht mehr erreichbar. Der amerikanische Geheimdienst FBI hatte den Betreiber der Seite zuvor angeblich aufgefordert, die Daten aus dem Netz zu nehmen.

Die Cryptome-Seite, auf der seit Samstag ein angeblicher Geheimbericht des CIA öffentlich zugänglich ist, war gestern das Ziel von Denial-of-Service-Attacken (siehe Glossar). Auch Mirror-Sites waren zum Teil nicht mehr erreichbar. Der amerikanische Geheimdienst FBI hatte den Betreiber der Seite zuvor angeblich aufgefordert, die Daten aus dem Netz zu nehmen.

Cryptome.org bietet nach Angaben des Betreibers eine Plattform für unbestätigte Regierungsdaten. Das fragliche CIA-Dokument stammt ebenso wie eine Liste mit 400 Namen von Mitarbeitern des japanischen Geheimdienstes von Hironari Noda, der sich als Ex-Mitarbeiter des Geheimdienstes bezeichnet. Seinen Angeben zufolge wurde er für die Veröffentlichung der Daten deshalb nicht belangt, weil der japanische Geheimdienst sonst widerrechtliche Aktivitäten eingestehen müsste.

John Young, der Betreiber von Cryptome, wurde eigenen Angaben zufolge von zwei Mitarbeitern des amerikanischen FBI aufgefordert, die veröffentlichten Dokumente aus dem Netz zu nehmen. Er lehnte jedoch ab, dies ohne eine entsprechende Gerichtsanweisung zu tun.

Die Washington Post hatte über den Fall berichtet. Als die Cryptome-Homepage dann nicht mehr erreichbar war, glaubte Young zuerst noch an eine Auswirkung der starken Nachfrage, ausgelöst durch den Presserummel. "Doch jetzt sind ein paar Computercracks auf der Spur eines möglichen Übeltäters, der anscheinend eine DoS-Attacke in Gang gesetzt hat." (PC-WELT, 25.07.2000, meh)

Eine Kopie des angeblichen CIA-Bericht auf PC-WELT

Geheime CIA-Daten im Netz (PC-WELT Online, 24.7.2000)

Das angeblichen CIA-Dokument auf Cryptome

Eine Stellungname von Hironari Noda

Die Liste mit 400 angeblichen Namen von Mitarbeitern des japanischen Geheimdienstes

Der englischsprachige Bericht der Washington Post

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