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Atempause für Napster

30.04.2001 | 11:01 Uhr |

Die Internet-Musiktauschbörse Napster hat vor Gericht einen Teilerfolg errungen, der ihr eine weitere Atempause verschafft. Dem Urteil zufolge wird die Musikindustrie stärker in die Verantwortung gezogen.

Die Internet-Musiktauschbörse Napster hat vor Gericht einen Teilerfolg errungen, der ihr eine weitere Atempause verschafft. US-Bundesrichterin Marilyn Hall Patel entschied nach Medienberichten, dass es Aufgabe der Musikindustrie sei, bei der Identifizierung urheberrechtlich geschützter Musikstücke zu helfen.

Im März hatte Patel in ihrer einstweiligen Verfügung angeordnet, dass Napster den ungehinderten Zugang zu lizenzierten Songs verhindern muss. Dies erweist sich jedoch als schwierig, weil die Fans der Tauschbörse die Namen der gesuchten Titel leicht variieren und sie sich so weiterhin problemlos aus dem Netz herunterladen lassen.

Napster erklärte, es brauche von der Musikindustrie deshalb nicht nur den Namen, sondern zumindest einen Dateinamen zu Identifizierung, um die Auflage zu erfüllen. Patel gab Napster indirekt Recht, indem sie der Musikindustrie vorwarf, es sich zu leicht zu machen.

Nach eigenen Angaben hat Napster bereits mehr als 1,7 Millionen Musikdateien gesperrt. Die Vereinigung der amerikanischen Musikindustrie (RIAA) wirft Napster dagegen weiter vor, dass die meisten urheberrechtlich geschützten Titel noch immer verfügbar seien. (PC-WELT, 30.04.2001, dpa/ mp)

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