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Atempause für Microsoft im Kartellstreit mit Korea (Update)

24.11.2005 | 13:21 Uhr |

Kurze Atempause für Microsoft im südkoreanischen Kartellverfahren: Die Aufsichtsbehörde des asiatischen Staates hat die Entscheidung im Microsoft-Fall bis zum 30. November verschoben. Update 30.11.2006: Die Kartellbehörde hat die Entscheidung erneut um eine Woche verschoben.

Das gab die "Fair Trade Commission" von Südkorea heute bekannt. Als Grund für den Aufschub nannte die Behörde, dass die Beratungen noch andauern würden.

Das ganze Verfahren geht auf September 2001 zurück. Damals reichte ein koreanischer Internetdienstleister Klage gegen Microsoft ein, weil der US-Gigant durch die Einbindung des Windows Messengers in das Windows-Betriebssystem den konkurrierenden Messenger des koreanischen Unternehmens benachteiligen würde.

Microsoft legte diesen Disput im November 2005 zwar dadurch bei, dass es 30 Millionen Dollar an das koreanische Unternehmen zahlte, doch auf das Kartellverfahren hatte das zunächst keinen Einfluss - es läuft weiter.

Sollte die Aufsichtsbehörde Südkoreas tatsächlich Microsoft dazu verurteilen, bestimmte Bestandteile von Windows wie beispielsweise den Messenger oder den Media Player aus dem Betriebssystem zu entfernen, so drohen die Redmonder mit dem Rückzug ihres Betriebssystems aus Korea beziehungsweise mit der verzögerten Einführung von Windows Vista und anderer neuer Produkte.

Diese Drohung hat vor kurzem Rivale Linspire zum Anlass genommen, der südkoreanischen Regierung ein Pauschalangebot für die landesweite Einführung seines Betriebssystems zu machen. Mehr dazu lesen Sie in dieser PC-WELT-Meldung: Ein Betriebssystem landesweit für 5 Millionen Dollar (PC-WELT Online, 08.11.2005)

Update 30.11.2006: Die koreanische Kartellbehörde KFTC hat ihre Entscheidung erneut verschoben. Die Untersuchung des Falles dauere noch an, teilte die KFTC heute mit. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass das Verfahren am 7. Dezember zum Abschluss komme.

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