Atari 2600: Urvater heutiger Konsolen

Früher gab es Videospiele ausschließlich in Spielhallen, Eisdielen oder Jugendzentren. Ende der siebziger Jahre kam dann der Atari VCS, der später auch unter dem Namen Atari 2600 bekannt wurde. Fortan ließ sich auch zu Hause daddeln. "Das war revolutionär: Man konnte die Kiste einfach an den Fernseher anschließen und losspielen", erklärt Sascha Koop, Projektmanager bei Atari in Frankfurt.

Ein schwarzer Kasten mit Holz-Applikation stand da im Wohnzimmer, erinnert sich Redakteur Florian Brich von der Zeitschrift "Gamepro" in München. "Das hatte den Charme eines Brotkastens." Dunkel musste das Holz sein, damit das "Video Computer System" - dafür steht VCS - auch im Wohnzimmer Eiche rustikal nicht allzu befremdlich wirkte.
Bereits 1977 hatte der Spielekasten in den USA Premiere - in Deutschland sollten weitere vier Jahre vergehen, bis die Spielleidenschaft im Wohnzimmer Einzug halten konnte. "Da fiel endlich der verruchte Geschmack der Spielhallen von den Games weg", sagt Koop. Und nicht nur Kinder und Jugendliche waren kaum noch von Joystick und Fernseher loszureißen: "Das war wahres "family entertainment". Sogar die Eltern haben mitgespielt", schwärmt Koop.
"Pac Man" war das Spiel, das die Karriere der VCS anschob: Eine kreisrunde Figur - angeblich einer Pizza nachempfunden, aus der schon das erste Stück gegessen war - fraß sich durch ein Labyrinth. Auch Klassiker wie "Space Invaders", "Defender" und "Asteroid" haben auf der Konsole ihre Anfänge gehabt.
Die Urmutter aller Computerspiele, das Balkentennis-Spiel "Pong", war im Gegensatz zu Ataris Möglichkeiten ein statisches Spiel. Auch die Steuerung über einen Joystick sei neu gewesen, so Koop. Ein klobiger Spielhebel mit einer "Fire"-Taste - das war alles bei Atari. "Aber der war so robust, dass auch Kinder damit spielen konnten." Man habe ihn auch mal vor Wut an die Wand werfen können.
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