20.06.2012, 09:24

Hans-Christian Dirscherl

Asylantrag des Wikileaks-Gründers

Julian Assange flieht in Botschaft von Ecuador

Für die Verteidigung von Wikileaks-Gründer Julian Assange kann man an den Julian Assange Defence Fund (JADF) spenden (Bild: http://justice4assange.com/donate.html)

Julian Assange, dem Gründer der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks, droht in Großbritannien die Auslieferung nach Schweden. Assange ist deshalb in die Botschaft von Ecuador geflüchtet.
Assange ist in die Londoner Botschaft des südamerikanischen Staates Ecuador geflüchtet. Er will politisches Asyl in Ecuador beantragen, wie Wikileaks getwittert hat. Ecuadors Außenminister hat bestätigt, dass sein Land derzeit den Asylantrag von Assange prüfe.
Assange entschloss sich zu diesem Schritt knapp eine Woche, nachdem das oberste Gericht Großbritanniens seinen Antrag auf Wiederaufnahme seines Verfahrens in Großbritannien zurückgewiesen hat. Assange darf deshalb nach Ablauf einer Frist von 14 Tagen nach Schweden ausgeliefert werden. In dem skandinavischen Land wartet eine Anklage wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung auf ihn. Viel schlimmer aber: Assange muss befürchten, dass er wegen seiner Tätigkeit für die Enthüllungsplattform Wikileaks an die Vereinigten Staaten von Amerika ausgeliefert wird. Auf Wikileaks wurden nämlich vielfach Dokumente veröffentlicht, die in den USA als geheim galten und wertvolle Einblicke in die US-Außenpolitik sowie in verschiedene militärische Operationen der USA ermöglichten. Die USA haben deshalb – salopp gesagt - mit Assange noch eine Rechnung offen.
Assange ist Bürger Australiens. Derzeit befindet er sich in Großbritannien unter Hausarrest. Assange begründet seinen Asylantrag damit, dass er in Schweden offen angegriffen werde und wegen politischer Verbrechen in den USA gegen ihn ermittelt werde. In den USA wiederum würde für „solche Vergehen“ die Todesstrafe drohen (Assange meint damit offensichtlich den Verrat militärischer und politischer Geheimnisse).
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