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EEE PC erschließt neue Käufergruppen

20.11.2007 | 13:19 Uhr |

Der EEE PC ist anders als normale Notebooks, das steht außer Frage. Ob er aber ein wirtschaftlicher Erfolg wird, steht dagegen noch nicht fest. Jonney Shih und Jonathan Tseng, der CEO und der Präsident des Herstellers Asustek glauben jedenfalls fest an ihren Notebook-Winzling mit Linux-Betriebssystem und erklären, warum sie so optimistisch sind.

In einem Interview mit dem englischsprachigen IT-Nachrichtenmagazin Digitimes erläuterten der CEO von Asustek, Jonney Shih, und der Firmenpräsident Jonathan Tseng, weshalb sie an den Erfolg des EEE PCs glauben. Denn in Branchenkreisen gab es durchaus Kritik an dem Mini-Notebook, das mit einer optimierten Fassung von Xandros Linux gefertigt wird (und der sich mit wenig Aufwand mit der bekannten KDE-Oberfläche nachrüsten lässt ). So bemängelten Fachleute den knappen Ausstattungs- und Funktionsumfang sowie die Performance des EEE PCs. Außerdem wurde die Befürchtung geäußert, dass der "Billigheimer" dem Markenimage von Asustek schaden könnte.

Jonney Shih, CEO of Asustek, sieht diese Gefahr jedoch nicht. Er sieht Asustek als technologischen Spitzenreiter, der mit dem EEE PC halt eine neue Produktlinie zu seinem bereits bestehenden Portefolio hinzugefügt habe. Zudem würde der EEE PC nicht in direkte Konkurrenz zu einem "richtigen" PC oder zu "richtigen" Notebooks treten (die beispielsweise kein 7-Zoll-Display und keine 8-GB-Festplatte besitzen). Der EEE PC habe seinen eigenen Einsatzzweck und seine eigene Zielgruppe. Als Beispiele nennt Shih Frauen und Kinder, die bisher nicht zur typischen Käufergruppe von Asustek-Produkten gehören würden. Der EEE PC würde somit das Markenimage von Asustek sinnvoll ergänzen aber nicht beschädigen und sei zugleich ein zusätzlicher Umsatzbereich für das Unternehmen. Für das Jahr 2008 will Asustek 3,8 Millionen Exemplare des EEE PCs ausliefern, wie Jonathan Tseng, Präsident of Asustek, noch nachschob.

Zudem würden sich herkömmliche Rechner immer mehr zu überdimensionierten Highend-Boliden entwickeln, deren enorme Rechenleistung für normale Büroanwendungen überhaupt nicht benötigt würde. Hier setzen Modellen wie der EEE PC an, der ausreichend Leistung für grundlegende Einsatzzwecke wie Office und Internet zu einem günstigen Preis bieten würde.

Außerdem sieht Asustek in der Öffentlichen Hand einen interessanten potenziellen Großkunden. Es gäbe bereits Anfragen von Regierungen zum EEE PC. Möglicherweise könne man den EEE PC also in größeren Stückzahlen an Regierungen verkaufen. Damit würde der EEE PC - wie bereits von einigen Marktbeobachtern vermutet - in Konkurrenz zu Modellen wie dem OLPC-Notebook treten.

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