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Astronauten-Exkremente werden Sternschnuppen

02.03.2016 | 14:28 Uhr |

Die NASA hatte Scott Kelly für ein Jahr auf die ISS geschickt, um Langzeitstudien durchzuführen. In einer Infografik verrät sie, was mit Kellys Körper passiert ist.

Die NASA hatte den Astronauten Scott Kelly für fast ein Jahr auf der ISS statoniert und seinen Zwillingsbruder in der gleichen Zeit auf der Erde untersucht. Die "Twins Study" -Mission soll Aufschluss über die Auswirkungen längerer Weltraum-Aufenthalte auf den menschlichen Organismus geben. In einer Infografik hat die NASA einige interessante Fakten zu Scott Kellys ISS-Besuch gesammelt. So hatte der Astronaut an Bord 10.944 Sonnenauf- und untergänge beobachten können. Sein Bruder auf der Erde lediglich 684. Kelly musste auf seiner Mission außerdem über 700 Stunden spezielles Training absolvieren, um seine Knochen, Muskeln und das Herz gesund zu halten.

In seiner Zeit auf der ISS hat Kelly 730 Liter wiederaufbereiteten Urin und Schweiß getrunken und er ist über 1.000 Kilometer auf einem Spezial-Laufband gelaufen. Würde er in diesem Tempo zum Mars laufen, bräuchte er 216.000 Jahre. Ferner musste der Astronaut circa 383 Experimente über sich ergehen lassen, während er auf der ISS verweilte. Dazu kommt noch eine erhöhte Aussetzung von Radioaktivität - was für den Weltraum-Aufenthalt üblich ist. Denn umso dünner der Schutz der Atmosphäre, umso höher man also ist, desto größer die Dosis . Die NASA vergleicht: Auf der Erde müsste man 5.250 Mal von Los Angeles nach New York fliegen, um der gleichen Menge ausgesetzt zu sein wie Scott Kelly in rund einem Jahr auf der ISS. Und noch ein Detail verrät die NASA in ihrer Infografik: Kelly hat rund 82 Kilogramm Exkremente produziert, die in der Atmosphäre verglühten und wie Sternschnuppen ausgesehen haben sollen.

Infografik der NASA: Was wird mit Astronaut Scott Kellys Körper in einem Jahr im All passieren?
Vergrößern Infografik der NASA: Was wird mit Astronaut Scott Kellys Körper in einem Jahr im All passieren?
© NASA

Am 1. März 2016 hat das JPL nun den NASA-Astronauten zurück auf der Erde begrüßt . Kelly kam offenbar wohlbehalten zurück und sprach davon, dass er sich gut fühle. Nun folgen einige schweißtreibende Tests, um seine Fitness und Gesundheit zu evaluieren. An Bord der ISS hatte der Astronaut übrigens auch Microsofts Hololens eingesetzt. Hololens war Teil eines Augmented-Reality-Trainings zur Optimierung einiger Arbeitsabläufe der Astronauten. Auch der russische Kosmonaut Mikhail Kornienko beendete zeitgleich mit Kelly seinen 340-Tage-Aufenthalt auf der ISS.

Die NASA hatte im letzten Sommer ein beeindruckendes Foto von der Erde zusammen mit dem Mond aus 1 Million Kilometer Entfernung veröffentlicht.

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