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Ashley Madison räumt Nutzung von Chatbots ein

06.07.2016 | 15:07 Uhr |

Wie das Unternehmen erstmals zugibt, wurden beim Seitensprungportal Chatbots eingesetzt, um Kunden in die Kostenfalle zu locken.

Der kanadische Betreiber des Seitensprungportals Ashley Madison hat in dieser Woche erstmals die Nutzung von Chatbots eingeräumt. Wie Avid Life Media über eine Pressemitteilung erklärt, habe man diese Praxis jedoch bereits 2014 in den USA eingestellt. International wurden die Chatbots den Angaben zufolge bei Ashley Madison 2015 abgeschafft.

Die die Dating-Plattform offensichtlich zu wenige weibliche Nutzer anlocken konnte, griff der Betreiber kurzerhand zu Chatbots, die sich als Frauen ausgaben. Das Ziel: Die männlichen Nutzer zum Schreiben kostenpflichtiger Nachrichten animieren. Der Betreiber versichert, dass Chatbots inzwischen nicht mehr eingesetzt würden. Bei Ashley Madison ist man inzwischen um eine weiße Weste bemüht.

Im vergangenen Jahr war das Dating-Portal im Zuge eines Hacks in die Schlagzeilen geraten. Durch die gestohlenen Kundendaten kamen nach und nach einige fragwürdige Geschäftspraktiken des Seitensprungportals ans Licht. So hatten die Betreiber beispielsweise trotz Kundenzahlungen für eine Löschung, deren Accounts nicht endgültig entfernt. Weiterhin wurde durch den Account-Diebstahl offengelegt, dass nur rund 12.000 der 5,5 Millionen angemeldeten Frauen auch tatsächlich echte Frauen waren.

Mit CEO Rob Segal und Firmenpräsident James Millership bekommt der Ashley-Madison-Betreiber Avid Life Media nun eine neue Führungsriege. Segal und Millership wollen das Seitensprungportal neu ausrichten und von früheren Vorwürfen reinwaschen. Ashley Madison will seine Nutzer künftig besser vor Hacker-Angriffen schützen und zu einem weltoffenen Dating-Portal werden. Ob dieses Vorhaben gelingt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Ashley Madison: Nur 12.000 der 5 Mio.weiblichen Accounts waren echt

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