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Handel mit Fake-Viagra übertrifft zehn Milliarden

17.02.2010 | 10:24 Uhr |

Die Geschäfte mit gefälschten Medikamenten blühen auch in der Wirtschaftskrise. Mittlerweile werden mit Arzneimittelplagiaten hauptsächlich im Internet europaweit rund 10,5 Milliarden Euro umgesetzt, wie das Marktforschungsinstitut Nunwood im Auftrag des Pharma-Riesen Pfizer aufzeigt.

"Fälschungen von Medikamenten werden in den meisten Fällen im Postversand abgefangen. Neben dem wirtschaftlichen Schaden kann ihre Einfuhr auch negative gesundheitliche Folgen bei den Konsumenten haben", meint ein Vertreter des Schweizer Zolls gegenüber pressetext. Hinter Plagiaten von Erektionsförderern wie Viagra reihen sich Schlankheitsmittel, Muskelaufbaupräparate, Schlafmittel und Arzneimittel mit Abhängigkeitspotenzial, Haarwuchsmittel, Psychopharmaka sowie Schmerzmittel ein.

Deutschland europaweit an der Spitze

International wird mit 3,6 Mrd. Euro in Deutschland das meiste Geld für Arzneimittelplagiate ausgegeben. Erst im Sommer hatte die EU eine Verdoppelung der Beschlagnahmungen von gefälschten Produkten bekannt gegeben. Bei den Medikamenten liegen europaweit Diätpillen an der Spitze des Handelsvolumens. Erektionsförderer finden sich hier hinter Grippemedikamenten erst auf Platz drei.

Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission, hatte zuletzt einen Anstieg der Beschlagnahmungen an Europas Grenzen auf 34 Millionen gefälschte Pillen bekannt gegeben. Nunwood zufolge hat sich die Zahl an EU-Grenzen entdeckter Medizin-Fälschungen allein zwischen 2005 und 2007 von 560.598 auf 4.081.056 mehr als versiebenfacht. Rund ein Fünftel der Europäer soll bereits Medikamente fragwürdiger Herkunft gekauft haben, in den meisten Fällen um Zeit oder Geld zu sparen.

(pte)

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