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Armageddon-Kandidat: NASA-Sonde untersucht gefährlichen Asteroiden Bennu

01.08.2016 | 11:48 Uhr |

Die NASA schickt eine Sonde zu dem Asteroiden Bennu. Denn Bennu kommt der Erde immer näher und könnte auf ihr einschlagen.

Wer den Film Armageddon mit Bruce Willis gesehen hat, weiß, wie man auf die Erde zurasende Astroiden stoppt: Man sprengt sie. Doch wie groß ist die Gefahr für die Erde durch einschlagende Asteroiden wirklich? 

Die NASA will unter anderem dieses Risiko an einem konkreten Beispiel untersuchen, wie die US-Weltraumbehörde meldet. Der Armageddon-Kandidat heißt Bennu. Alle sechs Jahre kreuzt Bennu alias 1999 RQ36 die Umlaufbahn der Erde. Seit seiner Entdeckung im Jahr 1999 kam er bei jeder Bahn-Kreuzung der Erde immer näher. Für das Jahr 2135 berechneten Wissenschaftler, dass Bennu zwischen den Bahnen von Erde und Mond durchfliegen würde – das ist verdammt nah für die Verhältnisse im Weltall. Die Anziehungskraft der Erde könnte dabei Bennus Bahn beeinflussen und den Asteroiden noch im Laufe des 22. Jahrhunderts auf Kollisionskurs mit der Erde bringen.

Ein Zusammenstoß dürfte für die Menschen auf der Erde ausgesprochen unerfreulich verlaufen. Denn Bennu misst rund 510 Meter im Durchmesser und rast mit 101.000 Stundenkilometer um die Sonne.

Sofern Bennu tatsächlich auf der Erde einschlägt – was mathematisch gesehen aber sehr unwahrscheinlich ist - würde der Aufschlag einer Explosion von drei Milliarden Tonnen Sprengstoff entsprechen. Die Explosion wäre 200 Mal so stark wie die durch die 1945 über Hiroshima abgeworfene Atombombe verursachte Detonation. Eine globale Katastrophe wäre wohl die Folge.

Deshalb startet die NASA im September 2016 die Weltraumsonde Osiris-Rex. Sie soll zu Bennu fliegen. Die NASA rechnet damit, dass Osiris-Rex im August 2018 Bennu erreicht. Ein Jahr lang soll Osiris-Rex ab diesem Zeitpunkt Bennu kartografieren. Schließlich soll die Sonde sogar ganz nah über die Oberfläche von Bennu fliegen und dabei etwas kohlenstoffhaltiges Asteroidengestein aufnehmen. Damit soll die Sonde dann zurück zur Erde fliegen. Die Kapsel mit den Proben soll dann 2023 auf der Erde landen.

Aus den Proben hoffen die Wissenschaftler etwas über die Entstehung unseres Sonnensystems zu erfahren – denn der Asteroid stammt aus dieser frühen Phase. Vor allem aber wollen die Experten mit Hilfe der Sonde etwas über den Jarkowsky-Effekt lernen. Dabei geht es darum, wie sehr die unterschiedlich starke Erwärmung der Asteroidenoberfläche den Bahnverlauf des Asteroiden beeinflussen kann. Der Jarkowsky-Effekt erschwert es den Weltraumexperten die Laufbahn von Bennu vorherzusagen. Bisher weiß man nur, dass sich Bennus Laufbahn seit 1999 um 160 Kilometer verschoben hat. In Richtung Erde.

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