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Arcor-Chef erwartet 2006 ungebrochenen Boom bei DSL-Kunden

Deutschlands zweitgrößter Festnetzanbieter Arcor rechnet für das laufende Jahr bei Breitbandkunden mit einem ungebrochenem Zulauf.

"Ich halte es für machbar, dass wir wieder einen Anteil am Neukundengeschäft von 20 Prozent haben", sagte Vorstandschef Harald Stöber am Mittwoch in Hannover der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Damit würde die Vodafone-Tochter an der Schwelle von zwei Millionen DSL-Nutzern kratzen. Zum Jahreswechsel hatte Arcor knapp 1,1 Millionen Kunden unter Vertrag.

Für den Gesamtmarkt rechnet der Manager mit einem Zuwachs von vier Millionen DSL-Kunden auf über 14,5 Millionen. Unangefochtener Marktführer ist die Telekom-Tochter T-Online, die im vergangenen Jahr den Preiskampf neu angefacht hatte. Die Wettbewerb wird nach Einschätzung von Stöber noch intensiver zunehmen. "Der Preisverfall wird noch weiter gehen." Um zusätzliche Umsätze zu generieren, will Arcor stärker Medieninhalte anbieten. "Wir werden aber kein Bertelsmann oder Premiere", betonte Stöber. Das Geschäft liege im Zugangsbereich, also bei der Bereitstellung von Internetanschlüssen.

Arcor baut sein bestehendes Netzwerk stetig aus. Bereits heute seien 300 Städte angebunden, weitere würden folgen, sagte Stöber. Den Bau eines eigenen Glasfasernetzes schloss er nicht aus. "Das ist eine Frage, die sich in zwei Jahren stellen wird. Heute aber nicht." Die Deutsche Telekom baut derzeit ein solches ultraschnelles Netz auf, um damit die Voraussetzung für so genannte "Triple Play"-Angebote zu schaffen - also die Bündelung von Telefonie, Internet und Inhalten. Die Telekom will das Netz von der Regulierung ausgenommen sehen, was Stöber kritisierte. Seine Hoffnungen ruhen dabei auf der EU- Kommission, die bereits schwere Bedenken dagegen angemeldet hatte.

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