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Apps in Google Play enthalten aggressive Adware

27.06.2013 | 15:54 Uhr |

Kostenlose Apps für Android sind oft werbefinanziert. Einige Apps enthalten allerdings Code, der die Apps an recht aggressive Werbenetzwerke koppelt. Ein Sicherheitsunternehmen fordert klare Standards für Werbung auf Mobilgeräten.

Nach einer Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Lookout ist Adware die weltweit am häufigsten anzutreffende Schädlingskategorie auf Android-Geräten. Etwa 6,5 Prozent der Gratis-Apps, die auf Google Play angeboten werden, enthalten laut Lookout Adware. Dabei operieren die Werbeanbieter derzeit in einer Grauzone. Was akzeptable Werbepraktiken sind und was nicht, ist nicht definiert. Lookout will dies ändern und hat für seine Schutzlösung Lookout Mobile Security eine Adware-Klassifizierung entwickelt und veröffentlicht.

Zu den nicht akzeptablen Praktiken aggressiver Adware zählt nach Meinung des Unternehmens etwa das Einblenden von Werbung außerhalb der normalen Nutzung einer App. Auch das Sammeln persönlicher Daten zu welchen Zwecken auch immer ist eine inakzeptable Verhaltensweise. Schließlich stuft Lookout das Durchführen unerwarteter Aktionen beim Anklicken eines Werbebanners als aggressives Verhalten ein.

Adware nach App-Kategorien
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© Lookout

Lookout hat im Mai Betreiber solcher aggressiven Werbenetzwerke angeschrieben und mit einer Frist von 45 Tagen aufgefordert ihre Praktiken zu ändern. Ad-Netzwerke wie LeadBolt, Moolah Media, RevMob, sellAring und SendDroid haben dies bislang ignoriert. Apps, die eines dieser Netzwerke nutzen, werden seit etwa einer Woche durch Lookout Mobile Security als Adware eingestuft. Bei der Installation derartiger Apps zeigt das Schutzprogramm nun eine entsprechende Warnmeldung an.

Video: Wichtige Security- Apps für Android

Mobile Werbung gibt den App-Entwicklern eine Möglichkeit kostenlose Apps anzubieten und trotzdem etwas Geld zu verdienen. Werbung ist wie im Web ein wichtiger Pfeiler des Ökosystems. Viele Gratisangebote wären ohne Werbung nicht realisierbar. Doch aggressive Werbepraktiken gefährden die Akzeptanz bei den Nutzern.

Im PC-Bereich ist aggressive Adware seit etlichen Jahren bekannt, jedoch sind einige der schlimmsten Vertreter, etwa Zango, inzwischen vom Markt verschwunden. Bei Mobilgeräten steht die Entwicklung noch am Anfang. Immer mehr Schädlingskategorien, die auf dem PC lange bekannt sind, tauchen inzwischen auch auf Android-Geräten auf. Dazu zählen Adware, Scareware (FakeAV, falsche Schutzprogramme) und neuerdings auch Ransomware (Erpresserschädlinge).

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