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Apples iTunes holt Metallica ins Boot

26.07.2006 | 15:51 Uhr |

Sie waren mit die schärfsten Kritiker von Napster, als das Angebot noch eine Tauschbörse war: Metallica. Auch nach der Etablierung von legalen Alternativen suchten Hard-Rock-Fans vergeblich nach Songs der Band, sie weigerte sich schlicht, diese für den digitalen Vertrieb frei zu geben. Bis jetzt.

Wir schreiben das Jahr 2000: Musikfans aus aller Welt laden über die Tauschbörse MP3s in Unmengen, doch der Widerstand formiert sich bereits. Unter anderem in Form diverser Künstler wie Dr. Dre und Metallica , die Klagen gegen die Tauschbörse eingereicht haben. Was danach kam, ist allseits bekannt: Napster wurde geschlossen, die Anwender suchten bei anderen P2P-Börsen Unterschlupf. Denn nur dort konnten sich Metallica-Fans digitale Versionen der Titel der Hard-Rock-Band besorgen, da sich die Truppe standhaft weigerte, ihre Songs für den Online-Vertrieb durch Dritte frei zu geben. Über eigene Sites bietet die Band bereits seit ein paar Jahren ihre Songs an, allerdings nur komplette Alben.

Noch im Jahr 2003 boykottierte Metallica Apples iTunes-Dienst mit der Begründung, dass der Service den Download einzelner Songs ermöglichen würde. Was die Rocker aber nicht akzeptieren wollten, da ein Album als "Gesamtkunstwerk" zu verstehen sei. Hätte Apple nur den Download der kompletten Alben zugelassen, wäre die Band einverstanden gewesen - da mochte aber Apple nicht mitziehen.

Nun, drei Jahre später, sieht Metallica die Dinge wohl wieder etwas anders - betrachtet man den Erfolg von iTunes könnte die neue Sichtweise auch die Form eines Greenbacks (oder einem ganzen Haufen davon) haben. Denn am Dienstag wurden nahezu alle Titel der Band auf die Server von iTunes gepackt, jeder Song kostet (wie gewohnt) 99 US-Cent. Zwei Alben fehlen allerdings: Die Live-CD-Box aus dem Jahr 1993 " Live Shit: Binge and Purge" sowie das Album "S&M", das die Band im Jahr 1999 zusammen mit dem San-Francisco-Symphonie-Orchester aufgenommen hatte. Bislang sind die Metallica-Songs nur in den USA und Kanada erhältlich. Dies liegt laut Metallica an den Musikverlagen, bei denen die Künstler in den anderen Ländern unter Vertrag stehen, da diese sich bislang noch nicht durchgerungen haben, die Titel über die iTunes-Dienste der jeweiligen Länder anzubieten. Die Band verspricht allerdings, an einer Lösung zu arbeiten.

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