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Apple legt Zahlen zu Spähanfragen von US-Behörden offen

17.06.2013 | 11:46 Uhr |

Apple hat in diesem Jahr bereits tausende Spähanfragen von US-Behörden erhalten. Diese Zahl nannte nun das Unternehmen am Montag. Kurz zuvor hatten sich bereits Microsoft und Facebook zu diesem Thema geäußert.

Apple hat zwischen dem 31. Dezember 2012 und 31. Mai 2013 zwischen 4000 und 5000 Anfragen von US-Behörden erhalten, in denen das Unternehmen zur Offenlegung von Daten über seine User aufgefordert wurde. Diese Zahl hat Apple nun per Pressemitteilung am Montag offiziell verkündet. In den betreffenden Anfragen sei es um insgesamt zwischen 9000 und 10000 Konten oder Geräte gegangen. Die Anfragen, so Apple weiter, seien von Behörden aus staatlicher, ländlicher und lokaler Ebene erfolgt und dienten sowohl der Verfolgung von strafrechtlichen Angelegenheiten als auch von Fällen der nationalen Sicherheit.

Laut Apple seien Anfragen am häufigsten in Fällen, in denen die Polizei versuche, Diebstähle und andere Verbrechen aufzuklären. Darunter fallen auch die Suche nach vermissten Kindern, nach selbstmordgefährdeten Personen und Personen, die vermisst werden und unter Alzheimer leiden. In der Erklärung von Apple heißt es, dass das zuständige Team jede Anfrage überprüfe und falls diese Überprüfung positiv ausfalle, alle nur notwendigen Informationen an die Behörde liefere. Die Beantwortung der Anfragen werde aber auch abgelehnt, wenn die Überprüfung beispielsweise aufgrund von Unstimmigkeiten oder Ungenauigkeiten negativ ausfalle.

Apple rückt nun genauere Details über die US-Behördenanfragen heraus, nachdem vor zwei Wochen bekannt geworden war, das US-Geheimdienste im großen Stil im Rahmen des "Prism" genannten Programms die Server großer Unternehmen angezapft hatten . Den Berichten der Zeitungen The Guardian und Washington Post zufolge sollen neben Google, Microsoft und Facebook auch Apple an "Prism" beteiligt sein.

Apple dementiert dies aber in der nun am Montag veröffentlichen Mitteilung und erklärt, von "Prism" erst am 6. Juni aus den Medien erfahren zu haben. Das Unternehmen habe Regierungsbehörden niemals einen direkten Zugriff auf seine Server erlaubt und für jegliche Anfrage zu User-Daten sei auch eine richterliche Anordnung vor der Herausgabe notwendig. In der Mitteilung fügt Apple außerdem hinzu, dass das Unternehmen nicht einen Berg an persönlichen Details über seine User sammle. Demnach lägen auch viele Informationen gar nicht vor und könnten somit auch nicht nach einer Anfrage irgendwelchen Behörden mitgeteilt werden.

Apple betont in der Mitteilung, dass beispielsweise alle über iMessage oder FaceTime zwischen den Nutzern übertragenen Informationen per Verschlüsselung auf beiden Seiten geschützt werden, wodurch nur der Sender und Empfänger an die Informationen gelangen könnten. Auch Apple sei nicht in der Lage, die dabei übertragenen Daten zu entschlüsseln. Ebenso würden keinerlei Standort-Daten, Karten-Suchanfragen oder Siri-Anfragen in einer Form gespeichert, die einen Rückschluss auf die Nutzer zulassen würde.

Apple hatte vor der nun erfolgten öffentlichen Mitteilung bei der US-Regierung um die Genehmigung gebeten, die Informationen über die Anfragen von US-Ermittlungsbehörden zum Thema der nationalen Sicherheit und den Umgang mit solchen Anfragen öffentlich machen zu dürfen. Apple wurde aber nur gestattet, einige Details öffentlich zu machen.

Vor Apple hatten bereits Facebook und Microsoft am Wochenende ihre Zahlen zu Anfragen von US-Behörden veröffentlicht. In den letzten sechs Monaten erhielt Microsoft demnach zwischen 6000 und 7000 Anfragen und Facebook zwischen 9000 und 10000 Anfragen.

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