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Apple Watch: Die Tops und Flops der Apple-Uhr

11.09.2014 | 14:31 Uhr |

Revolution am Handgelenk oder sinnloses Technik-Spielzeug? Meine Meinung zur Apple Watch.

Bei der Apple Watch habe ich dasselbe Gefühl wie beim ersten iPad: Irgendwie faszinierend. Aber wozu braucht man dieses Gerät eigentlich? Die Uhr wird der Kategorie Smartwatch neuen Schwung verleihen – so viel steht fest. Aber eine Revolution sieht anders aus.

Apple Watch: Das gefällt mir

Ansprechendes Design: Die Watch ist eine Uhr – und zwar eine schöne. Es wäre auch erstaunlich gewesen, hätte Apple eine Smartwatch gebaut, die lediglich wie ein geschrumpftes Smartphone aussieht – diesen Eindruck machen nämlich die meisten Konkurrenten, abgesehen von der Motorola 360. Doch die Apple-Uhr sieht wirklich so gut aus, dass sie als Mode-Accessoire taugt, anders als beispielsweise die klobige Samsung Gear S.

Große Modellvielfalt: Apple will für jeden Geschmack eine Uhr anbieten
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© Apple

Große Modellvielfalt: Zwei Größen, drei Modelle, zahlreiche Armbänder. Die Apple Watch bietet alle Möglichkeiten, die Uhr an den eigenen Geschmack anzupassen. Von normal über sportlich bis protzig findet jeder die Watch, die zur eigenen Persönlichkeit passt.

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Eingängige Bedienung: Neben dem Design die größte Stärke von Apple – und die Watch ist der beste Beweis für die Innovationskraft des Unternehmens. Die sofort verständliche Bedienoberfläche passt die iOS-App-Welt perfekt an das kleine Display an. Besonders begeistert hat mich die Digital Crown: Der seitliche Drehregler leuchtet sofort ein, weil er an die Bedienung einer normalen Uhr erinnert. Mit dem druckempfindlichen Display und dem Force Touch setzt die Watch ganz einfach Funktionen um, für die Sie sich bei anderen Smartwatches durch zahllose Menüs quälen müssen. Ob die Taptic Engine, der Vibrationsalarm der Uhr, wirklich so dezent funktioniert, wie Apple behauptet, oder Sie bei jedem Nachrichteneingang erschreckt zusammenzucken werden, weil die Uhr am Handgelenk rüttelt, müssen Tests zeigen. Aber es beweist, dass Apple auf Ideen bei der Bedienung kommt, die vorher keiner hatte.

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Einfaches Bezahlen: Leichter geht’s kaum – Uhr ans NFC-Terminal halten, fertig. Durch Apple Pay soll die Uhr den Geldbeutel ersetzen. Die Kreditkartenunternehmen setzen darauf, dass sich das kontaktlose Bezahlen nun auch in Europa durchsetzt. Abwarten. Aber die Apple Watch ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Kabelloses Laden: Das Induktions-Ladegerät dockt an der Uhrenrückseite an
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© Apple

Kabelloses Aufladen: Unfassbar cool. Und wie immer bei Apple sehr elegant gelöst. Der Wireless Charger dockt magnetisch an der Rückseite der Uhr an, Sie brauchen keine großen Ladekissen oder –stationen wie bei anderen Smartwatches.

Video: Apple Watch - Alle Infos

Apple Watch: Das gefällt mir nicht

Keine Innovation: Die Watch ist eine Uhr – nicht viel mehr. Wer erwartet hatte, dass Apple die Kategorie Smartwatch um neue, nie gesehene Funktionen erweitert, wird enttäuscht. Im Wesentlichen ist sie ein Display-Terminal für das angekoppelte Smartphone. Anrufe abwickeln, Schritte zählen, Puls messen – das können andere Smartwatches auch. Die Zeit anzeigen sowieso.

Kurze Akkulaufzeit: Bei der Akkulaufzeit hätte Apple die große Chance gehabt, die Smartwatch-Konkurrenz zu bezwingen. Fast alle Uhren halten höchstens einen Tag durch – abgesehen von denen mit einem schmucklosen, schwarz-weißen E-Ink-Display. Gleiches gilt wohl auch für die Apple Watch - enttäuschend.

Die Apple Watch braucht für GPS und WLAN ein iPhone in der Nähe
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© Apple

Nichts geht ohne iPhone: Viel Technik steckt nicht in der Uhr. Sie hat Bewegungs- und Pulsmess-Sensoren sowie Bluetooth und WLAN. Beides wohl ausschließlich zur Anbindung ans Smartphone – und zwar mindestens ein iPhone 5. Das Smartphone versorgt die Uhr nicht nur mit Nachrichten, Anrufen und Musik, sondern beispielsweise auch mit GPS. Wenn Sie beim Joggen also Ihre Laufstrecke erfassen wollen, müssen Sie beide Geräte mitnehmen.

Sinnlose Funktionen: Zwei Funktionen der Watch werden wahrscheinlich am häufigsten mit der Uhr genutzt werden – und ich halte sie für ziemlich sinnlos. Über die App Digital Touch können Sie mit dem Finger auf die Uhr malen und diese Zeichnungen jemand anderem auf die Uhr schicken. Auch den Herzschlag, über den Pulsmesser der Uhr aufgenommen, können Sie auf diese Art weitergeben. Sehr romantisch. Diese stark emotionalen Community-Funktionen könnten aber dafür sorgen, dass viele eine Apple Watch kaufen, um nicht von der Kommunikation im Freundeskreis abgeschnitten zu werden.

Es wird teuer: Die günstigste Uhr kostet 350 Dollar. Welches Modell Sie dafür bekommen, ist unklar. Es ist aber anzunehmen, dass die sportlichen oder eleganteren Varianten der Uhr deutlich teurer werden. Außerdem benötigen Sie ja noch ein halbwegs aktuelles iPhone. Viel Geld für ein Gerät, dessen Nutzen sich nicht unmittelbar erschließt. Aber: Das war auch die vorherrschende Meinung beim ersten iPad.

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