2075274

Apple will Gratis-Angebote von Spotify und Youtube verdrängen

05.05.2015 | 10:20 Uhr |

Apple bedrängt angeblich führende Musik-Labels, dass diese ihre Lieder nicht mehr für Gratis-Musikangebote von Spotify und auch nicht mehr für Youtube zur Verfügung stellen. Die US-Behörden ermitteln deswegen gegen Apple.

Apple plant die Einführung eines neuen kostenpflichtigen Musik-Streaming-Angebotes. Es soll vermutlich das bisherige Beats Music ersetzen (Apple hatte im Jahr 2014 Beats Music übernommen und gleich einmal die Mitarbeiterzahl reduziert ) und in iTunes integriert sein.

Apple setzt bei seinem neuen Musik-Streaming-Dienst auf ein Bezahl-Abonnement, eine werbefinanzierte Gratis-Version soll es davon wohl nicht geben. Deshalb sind die bisher existierenden Gratis-Musik-Streaming-Angebote, wie es sie beispielsweise von Spotify gibt, Apple ein Dorn im Auge (den bisherigen Berliner Anbieter Simfy gibt es übrigens faktisch nicht mehr, das Unternehmen wird liquidiert ). Weshalb Apple angeblich Druck auf die Musikindustrie ausüben soll, damit diese Gratis-Angebote verschwinden. Apple will demnach die großen Musik-Labels dazu bringen, dass diese Spotify zur Aufgabe seiner Gratis-Angebote zwingen. Das würde den Start von Apples neuem kostenpflichtigen Musik-Streamingdienst deutlich erleichtern. Das berichtet The Verge.

Kostenlos online Musik hören, streamen & downloaden

Spotify hat rund 60 Millionen Nutzer, von denen nur rund 15 Millionen für die Musik bezahlen. Wenn also das Gratis-Angebot wegfallen würde, dann hätte Apple 45 Millionen potenzielle zusätzliche Interessenten für seinen neuen Musikstreaming-Dienst.

Zudem soll Apple die Universal Music Group dazu drängen, dass sie auf Youtube nicht mehr ihre Musik erlaubt. Apple würde dafür sogar die Lizenzgebühren übernehmen, die Youtube bisher an die Universal Music Group dafür bezahlt.

US-Behörden ermitteln gegen Apple

Das aggressive Vorgehen von Apple ruft nun aber die US-Kartellbehörden auf den Plan. Die Federal Trade Commission und das Justizministerium überprüfen jetzt Apples Geschäftsgebaren. Mitarbeiter des Justizministeriums sollen bereits hochranginge Mitarbeiter aus der Musik-Industrie zu Apples Geschäftsgebaren befragt haben. Mittlerweile habe aber anscheinend die Kartellbehörde FTC die Ermittlungen übernommen. In der EU ermittelt auch die European Union Competition Commission gegen Apple wegen dessen Vorgehen gegen Freemium-Musikdienste.

Marktbeobachter rechnen damit, dass Apple sein neues Musik-Streamingangebot im Juni 2015 zur hauseigenen Entwicklermesse WWDC vorstellen wird.
 

0 Kommentare zu diesem Artikel
2075274