16.02.2012, 14:45

Benjamin Schischka

iPhone & iPad

Apple will Adressbuch-Klau künftig verhindern

Apps, die ungefragt Daten nach Hause schicken. Wie hoch ist wohl die Dunkelziffer? ©iStockphoto.com/yuri_arcurs

Apps, die heimlich Kontaktdaten auslesen und an den App-Entwickler schicken, sollen bald Geschichte sein. Apple will der offensichtlich verbreiteten Praktik einen Riegel vorschieben.
Die iPhone-App Path war die erste, die entlarvt wurde. Die App zum sozialen Netzwerk Path lud ungefragt Kontakt-Daten aus dem Adressbuchhoch. Ein App-Entwickler hat den Datenschutz-Skandal zufällig entdeckt; der Aufschrei der Community war groß. Die Path-Betreiber ruderten schnell zurück und entschuldigten sich bei ihren Nutzern.
 
Doch scheinbar war Path nur die Spitze des Eisberges. Auch die Twitter-App speichert Kontakte aus dem Adressbuch. Im Fall von Twitter ist auch die Speicherdauer bekannt: 18 Monate bleiben die Daten auf Twitter-Servern. Wer in der Twitter-App auf das Feature „Find Friends“ zurückgreift, stimmt automatisch der Speicherung zu. Selbst in den Datenschutzrichtlinien findet sich kein entsprechender Hinweis. Der User wird ungefragt zur Datenschleuder.
 
Gegenüber allthingsd.com hat Apple versichert, dass man der Praktik des ungefragten Kontaktdaten-Zugriffs einen Riegel vorschieben werde. Alle Apps, die Zugriff auf das Adressbuch des Users haben wollen, müssten den Nutzer künftig zuvor um Erlaubnis fragen. Apps, die heimlich User-Daten sammeln und übertragen, verstoßen gegen unsere Richtlinien, sagt Apple-Sprecher Tom Neumayr. Wir arbeiten gerade daran, und nach einem Software-Update muss jede App fragen, wenn Sie Kontaktdaten haben will, fährt Neumayr fort.
 
Laut allthingsd.com sollen auch Yelp, Foursquare und Instagramm Kontaktdaten ungefragt nach Hause geschickt haben. Mittlerweile sollen sie aber von sich aus per Update eine Nachfrage vorgeschaltet haben. Weil vermutlich längst nicht alle betroffenen Apps Ihre Datensammel-Politik ändern werden, ist ein rasches Vorgehen seitens Apple begrüßenswert.
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