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Neue Richtlinien bei StopBadware.org

26.08.2008 | 16:31 Uhr |

Die Initiative StopBadware.org hat neue Richtlinien dafür erarbeitet, was sie in Zukunft als "Badware" einstufen will und den Entwurf zur Diskussion veröffentlicht. Danach könnte etwa Apple und Sun eine solche Einstufung drohen.

Das Etikett "Badware", verliehen von StopBadware.org , bedeutet zumindest negative Presse für betroffene Unternehmen. Die Initiative StopBadware.org wird den US-Universitäten Harvard und Oxford betrieben sowie von AOL, Google und anderen unterstützt. Die Organisation will Internet-Nutzer vor schädlicher Software schützen und unlautere Praktiken bei der Software-Verbreitung anprangern. Jetzt sollen überarbeitete Richtlinien für die Einstufung als Badware mehr Klarheit bringen.

Den Entwurf der neuen Richtlinien hat die Organisation kürzlich in ihrem Blog veröffentlicht und ruft damit zur Diskussion auf. Jedermann ist aufgefordert seine Meinung dazu zu äußern, ob etwa die Praxis im Rahmen eines automatischen Updates auch ungefragt neue Software zu installieren, mit den neuen Richtlinien gut genug erfasst wird.

Für Apple hatte es wegen solcher Praktiken bereits öffentliche Schelte gegeben. Im März hat das Automatische Software-Update, das etwa mit Quicktime oder iTunes installiert wird, bei einem fälligen Update auch Apples Web-Browser Safari installiert . Der Aufschrei war wohl nicht laut genug, denn Apple hat diese Unsitte jüngst in veränderter Form bei iTunes wiederholt , um seinen kostenpflichtigen Dienst MobileMe zu fördern.

Auch Sun steht in der Kritik, weil mit Java-Updates auch die Yahoo-Toolbar zur Installation angeboten wurde. Eine Einstufung als "Badware" (böse Software) durch StopBadware.org hat es weder für Apple noch für Sun gegeben. Das könnte sich mit den neuen Richtlinien jedoch ändern. Diese sehen allerdings vor, dass es keine solche Einstufung gibt, wenn für zusätzliche Programme eine separate Zustimmung des Benutzers eingeholt wird.

In diesem Sinne sind manche Software-Pakete zumindest grenzwertig, wenn Anwender ein zur Installation vorausgewähltes Programm in einer Liste wieder abwählen müssen, falls sie es nicht haben wollen. Problematisch ist auch, dass solche Zusatzprogramme oft nicht wieder entfernt werden, wenn der Anwender das eigentlich Hauptprogramme deinstalliert. Dann sollte es doch zumindest eine Abfrage geben, ob der Anwender die zusätzlichen Programme ebenfalls entfernen möchte.

Immerhin geht es bei Apple und Sun nicht um schädliche Programme wie Adware oder Spyware, wie sie oft bei werbefinanzierter, so genannter "Freeware" ohne ausdrückliche Zustimmung des Anwenders auf dem Rechner landet.

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