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Apple und Lenovo wehren sich gegen schlechte Noten von Greenpeace

30.08.2006 | 17:08 Uhr |

Beide PC-Hersteller möchten nicht als Umweltbanausen am Pranger stehen.

Anscheinend erreicht Greenpeace genau das, was die Organisation wollte: mehr Umweltbewußtsein auf Seiten der PC- und Handy-Hersteller. Denn schlechte Noten in Umweltfragen sind schlecht fürs Image. Um den IT-Herstellern auf die Sprünge zu helfen, hat Greenpeace in einem "Guide to Greener Electronics" das umweltfreundliche beziehungsweise -schädliche Verhalten von 14 Herstellern bewertet (siehe " Greenpeace: Es gibt keine 'grünen' Handys und PCs "). Apple war viertschlechtester geworden, Lenovo gar Schlechtester.

Kaum kursierte die Nachricht im Internet, kamen Reaktionen: Nach einer Meldung des Nachrichtendienstes "de.internet.com" erklärte ein Lenovo-Sprecher: "Das Greenpeace-Ranking zeigt nicht, was wir tatsächlich für die Natur tun." Sein Unternehmen halte sich weltweit an die Umweltschutznormen oder übertreffe sie. Lenovo biete Geschäftskunden das Recycling alter PC an, was nur nicht auf der hauseigenen Website erwähnt werde.

Auch Apple wehrt sich gegen die katastrophale Greenpeace-Bewertung: Röhrenmonitore, in denen Kadmium verarbeitet war, habe man aus dem Programm genommen. Und derzeit suche man nach Ersatz für Quecksilber, das in kleinen Mengen in Flachbildschirmen vorkommt. Diese Aspekte kämen aber in den Greenpeace-Kriterien gar nicht vor. Mithin sei das ganze Ranking fragwürdig.

Dell leistete sich einen besonders fragwürdigen PR-Stunt, nachdem das Unternehmen - gemeinsam mit Nokia - auf Platz Eins des Greenpeace-Ranking gekommen war. Dell ließ eine Presseerklärung verbreiten, in welcher der Direktvermarkter sein Umwelt-Engagement feierte: "Dell engagiert sich kompromisslos für die Umwelt." Dabei wurde unterschlagen, dass Greenpeace ausdrücklich festgestellt hat, kein einziger Hersteller bekomme ein Unbedenklichkeitszeugnis. Die Greenpeace-Pressemitteilung trägt sogar den Titel: "Ranking Shows No Green Electronics On The Market". Aber eigentlich zeigt auch die Dell-Aktion, dass Greenpeace mit dem Ranking ins Schwarze getroffen hat. (ls)

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