24.07.2008, 08:55

Frank Ziemann

Apple tut es schon wieder

iTunes 7.7 installiert heimlich Zusatz-Software

Mit der Installation von iTunes 7.7 gelangt als Überraschungspaket ein Programm auf den Windows-Rechner, das zur Steuerung von Apples kostenpflichtigen Online-Dienst "MobileMe" dient und dafür Werbung macht.

Apple bündelt mit der neuen Version 7.7 seines Media Player und Musikverwaltungsprogramms iTunes zusätzliche Software, deren Installation vom Anwender nicht bestätigt werden muss. Er wird nicht einmal darauf hingewiesen, dass auch eine Systemsteuerungs-Applet für "MobileMe" installiert wird. Bereits im März war Apple negativ aufgefallen, weil das mit iTunes oder Quicktime installierte Apple Software Update bei nächster Gelegenheit auch den Web-Browser Safari auf den Rechner geladen hatte.

Bei der Installation von iTunes 7.7, das für das neue iPhone benötigt wird, muss der Anwender eine längliche Lizenzvereinbarung abnicken, in der sich keinerlei Hinweis auf MobileMe oder den ebenfalls installierten Netzwerkdienst Bonjour finden lässt. Anschließend findet sich in der Systemsteuerung ein neues Applet namens "MobileMe Einstellungen".

Der erst kürzlich von Apple ins Leben gerufene MobileMe-Dienst soll dazu dienen Adressen, Kontakte und Termine zwischen Mac, PC, iPhone und iPod touch zu synchronisieren. Wer das Applet öffnet, kann sich bei Apples Dienst anmelden, falls er bereits registriert ist. Beim Klick auf "Weitere Informationen..." gelangt man auf eine Werbeseite für MobileMe, das einschließlich 20 GB Online-Speicherplatz jährlich 79 Euro kostet.

Nach der Deinstallation von iTunes bleibt MobileMe auf dem Rechner und muss über Systemsteuerung / Software mit dem "Apple Mobile Device Support" selbst entsorgt werden. Auch das Apple Software Update, das nun überflüssige Bonjour sowie Quicktime werden zwar mit iTunes installiert, jedoch nicht zusammen damit wieder entfernt. Sie müssen ebenfalls von Hand deinstalliert werden, wenn man sie los werden will. Dadurch werden mehr als 120 weitere Megabytes auf der Festplatte wieder frei, macht zusammen mit iTunes über 200 MB.
Die Organisation StopBadware.org sieht derartiges Verhalten grundsätzlich sehr kritisch, hatte jedoch noch keine Gelegenheit zu einer ausführlichen Prüfung dieses neuen Falls. Die von der Organisation bereits im Frühjahr scharf kritisierte Praxis sei ein Verstoß gegen die Richtlinien von StopBadware, erklärte ein Sprecher gegenüber IDG. Man werde sich die Sache in nächster Zeit einmal ansehen.
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