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Apple steigt ins Videogeschäft ein

Der Technologiekonzern Apple will seinen überragenden Erfolg mit Online-Musik künftig auch auf das Geschäft mit Videos übertragen.

Fünf Wochen nach der Präsentation seines neuen Musikplayers Ipod nano stellte Apple-Chef Steve Jobs ein video- fähiges Modell seiner populären Ipod-Reihe am Mittwoch in San Jose (US-Staat Kalifornien) vor. Gleichzeitig kündigte Jobs an, dass im Itunes Musicstore künftig auch Musikvideos und Fernsehshows angeboten werden. Mit seinen Ipods und dem Online-Musikladen Itunes trotzt Apple bis heute erfolgreich der zunehmenden Konkurrenz und hält einen Marktanteil von weit über 70 Prozent.

Apple kündigte eine Kooperation mit dem US-Fernsehsender ABC an, der zum Disney-Konzern gehört. Über Itunes sollen künftig alle Episoden der beiden erfolgreichsten Serien des US-Fernsehens, "Desperate Housewives" und "Lost", sowie von drei weiteren TV-Shows für 1,99 Dollar zu kaufen sein. "Wir erleben hier eine Hochzeit von großartigem Inhalt und großartiger Technologie", sagte Disney-Chef Robert Iger. Jobs erinnerte an den Markterfolg von Itunes im Musikmarkt und sagte: "Mit dem heutigen Tag können Sie erstmals Video online kaufen, auf dem PC anschauen und mit dem Ipod unterwegs mitnehmen."

Der Ipod Video soll mit Festplattenspeichern von 30 und 60 Gigabyte für 319 und 429 Euro in schwarzem oder weißem Design auf den Markt kommen. "Der neue Ipod ist der beste Musik-Player den es jemals gegeben hat", schwärmte Jobs. Der Ipod Video ist mit einem 2,5 Zoll großen Display ausgestattet und soll bis zu 150 Minuten an Video speichern können. Auch der Schreibtisch-Computer Imac bekommt einen Nachfolger in einer schlankeren Version und soll mit Fernbedienung und einer integrierten Video-Kamera ausgeliefert werden. Apple positioniert damit den Imac direkt gegen das Windows Media Center von Microsoft und seinen Hardware-Partnern.

Mit dem Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr hat Apple sein "bestes Jahr der Apple-Geschichte" erlebt. Das Unternehmen fuhr mit seinen Ipod-Musikplayern und dem wieder erstarkten Computer-Geschäft Rekordgewinne ein. Wie der Computerbauer und Online-Musik- Pionier am Mittwoch berichtete, wurde der Gewinn auf 1,3 Milliarden Dollar nahezu vervierfacht. Der Jahresumsatz erhöhte sich um 68 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar.

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