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Apple klagt erfolgreich gegen Blogger

15.03.2005 | 17:21 Uhr |

Drei Blogger hatten auf diversen Apple-Fansites Informationen veröffentlicht, die von einem Apple-Mitarbeiter kamen und noch geheim waren. Apple hatte vor einem kalifornischen Gericht geklagt und die Preisgabe des Informanten verlangt. Das Gericht gab Apple jetzt Recht.

Drei Blogger in den USA müssen ihre Quelle nennen, über die sie Informationen über neue Produkte der Firma Apple erhalten hatten. Dies hat ein Gericht in Kalifornien entschieden. Apple hatte gegen die Blogger geklagt, nachdem sie auf zwei Apple-Fanseiten ( Apple Insider und Powerpage ) vorab über ein Produkt berichtet hatten, das Apple erst auf den Markt bringen will.

Durch das Urteil hat Apple die Erlaubnis erhalten, den Mail-Verkehr der Blogger zu überprüfen. Dadurch will Apple in Erfahrung bringen, wer die Informationen, die direkt von einem Apple-Mitarbeiter stammen müssen, ausgeplaudert hat. Auf den beiden Websites war über ein Gerät namens "Asteroid" berichtet worden, über das Apple derzeit noch den Mantel des Schweigens hüllt. Das Gerät soll als Bindeglied zwischen Musikinstrumenten und Apple-Software fungieren.

Der Richter erklärte, dass Apples Recht auf die Wahrung von Geschäftsgeheimnissen beeinträchtigt worden sei. Dabei habe es auch keine Rolle gespielt, ob die Blogger mit Journalisten gleichzusetzen sind. Auch Journalisten seien verpflichtet, Geschäftsgeheimnisse vertraulich zu behandeln. Zudem seien Informationen über ein Produkt verraten worden, das sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet.

Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF), die die drei Blogger auch rechtlich berät, kritisierte das Urteil. "Jeder, der über Unternehmen berichtet, sollte besorgt sein", sagte der EFF-Anwalt Kurt Opsahl. Opsahl will in Berufung gehen und erreichen, dass den Bloggern der Status von Journalisten gewährt werden. Diese sind durch ein US-Bundesgesetz geschützt, das festlegt, dass Journalisten erst ihre Einwilligung geben müssen, bevor ein Provider die Mails des Journalisten an Dritte aushändigen darf.

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